Kreis Germersheim Kurz notiert: Nur zweite Brücke verhindert Chaos

Placeholder-Image

„Die unerwartete Vollsperrung der Schiersteiner Brücke in Mainz sollte uns ein warnendes Beispiel sein“, reagiert Landrat Fritz Brechtel (CDU) auf das Verkehrschaos in Mainz und Wiesbaden, nachdem diese Rheinbrücke kurzfristig gesperrt wurde (wir berichteten). „Würde die Rheinbrücke zwischen Wörth und Karlsruhe plötzlich gesperrt werden müssen, wäre auch hier ein Verkehrskollaps vorprogrammiert“, so Brechtel. „Ich appelliere an die Landesregierungen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, endlich den Bau einer weiteren Rheinbrücke voranzutreiben, bevor die Situation eskaliert.“ Die Brücke sei seit Jahren überlastet, eine Generalsanierung stehe bevor. Niemand könne mit Sicherheit sagen, wann die Brücke wegen Materialermüdung geschlossen werden muss. Bei einem Unglücksfall müsste die Brücke gegebenenfalls sofort gesperrt werden. Brechtel: „Jeder, der die 2. Rheinbrücke weiterhin verzögert, nimmt das schon mehrfach beschriebene Chaos wissentlich in Kauf.“ Wobei das Chaos im Fall einer Brückensperrung bei Wörth seiner Meinung nach noch viel gravierender wäre als in Mainz, denn nutzbare Ersatzbrücken liegen sehr weit entfernt bei Germersheim und Iffezheim. Die Rheinbrücke Wörth-Karlsruhe sei wirtschaftliche Hauptschlagader und Nadelöhr der ganzen Region. Brechtel: „Eine Sperrung wäre der Super-GAU.“ Am Freitagnachmittag meldete sich auch Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) zu Wort: „Die Schiersteiner Brücke ist mit der Brücke in Wörth nicht vergleichbar“, entgegnete Lewentz auf Äußerungen der CDU-Vorsitzenden Julia Klöckner, wonach nach der Sperrung der Schiersteiner Brücke angeblich auch die Gefahr einer Sperrung der Wörther Brücke bestehe. Die Sperrung der Schiersteiner Brücke habe zudem nichts mit dem baulichen Zustand der jetzt beschädigten Vorlandbrücke zu tun, so der Minister. Die Rheinbrücke zwischen Karlsruhe und Wörth sei eine Stahlbrücke und werde ständig von der Straßenbauverwaltung in Baden-Württemberg kontrolliert. Beide Bundesländer arbeiteten nun daran, die Planungen für die zweite Rheinbrücke in Wörth voranzutreiben, so Lewentz. (rhp)

x