Kreis Germersheim Kommentar: Werben um Vertrauen

Im frühen Planungsstadium des Geothermiekraftwerks sind noch viele
Fragen offen. Das schürt Misstrauen. Der Investor bittet um Geduld.
Vieles, was im Zusammenhang mit dem im Wald zwischen Bellheim, Westheim und Lustadt geplanten Geothermiekraftwerk geschehen soll, ist noch unklar. Nicht auf alles gibt es bereits Antworten. Vielen Menschen, die dem Projekt skeptisch bis ablehnend gegenüber stehen, ist das Wasser auf ihre Mühlen. Tief sitzt eben bei vielen Südpfälzern die Furcht, dass nach den Vorkommnissen in Landau und Insheim vor einigen Jahren die Erde wieder beben und das mit viel Geld gebaute Haus beschädigt werden könnte. Es ist ein Problem der frühen Bürgerbeteiligung, weist Lutz Stahl, der Geschäftsführer der Karlsruher Firma Deutsche Erdwärme, die das Kraftwerk bauen will, auf sein Dilemma hin: Einerseits liege aufgrund des Planungshorizonts von mehreren Jahren noch vieles im Vagen, andererseits wünschten Bürger, aber auch Kommunalpolitiker, die nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden wollen, jetzt schon auf ihre Fragen konkrete Antworten. Doch die könne er teilweise noch nicht geben. Deshalb bittet Stahl um Geduld, dass die Leute zuhören, sich informieren. Dazu verweist er auf eigene Veranstaltungen und den Internetauftritt der Deutschen Erdwärme, wo vieles erklärt werde. Ferner könne man sich bei den Veranstaltungen mit Fachleuten austauschen, mit denen die Deutsche Erdwärme kooperiert. Wer deren Urteil nicht vertraut, weil er sie möglicherweise für parteiisch hält, den fordert Stahl dazu auf Experten der eigenen Wahl mitzubringen, die sich alles anhören und Fragen stellen können. Klar, Stahls Informationsoffensive dient nicht allein der Aufklärung. Er will ein Geschäft machen. Dafür braucht er das Vertrauen der Menschen, weshalb er darum wirbt.