Kreis Germersheim Kohl-Straße: SPD will erste Gattin des Altkanzlers ehren

«Germersheim.» Nachdem vor nicht allzu langer Zeit in Germersheim ein Weg nach dem Altkanzler Willy Brandt (SPD) benannt worden ist, hat die SPD im Prinzip nicht dagegen, dass nun eine Straße nach dem nun verstorbenen Altkanzler und Ex-Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Helmut Kohl (CDU), benannt werden soll. Allerdings stören sie sich an der Begründung der CDU und schlagen deshalb vor Kohls erste Gattin Hannelore zu ehren, die in Germersheim studiert hat.
Kohls Verdienste um Deutschland und Europa rechtfertigten es nach ihm eine Straße zu benennen. Das stehe außerhalb jeder Diskussion, schreibt die SPD in einer von ihrem Stadtratsfraktionsvorsitzendem Markus Pfliegensdörfer und Stadtratsmitglied Simon Boltz unterzeichneten Stellungnahme. Und: „Befremdlich erscheint jedoch die angeführte Begründung der CDU-Stadtratsfraktion: So erkennt diese neben den politischen Verdiensten auch eine ’besondere Beziehung’ Dr. Helmut Kohls zu unserer Stadt.“ Dessen verstorbene Frau Hannelore habe Anfang der 1950er Jahre in Germersheim studiert und soll hier während dieser Zeit oft von ihrem späteren Ehemann besucht worden sein. Diese Tatsache als Begründung und Rechtfertigung zur Benennung einer Straße nach dem Politiker Kohl mit anzuführen sei nicht nachvollziehbar, wenn man sich die privaten Entscheidungen Kohls zu seiner Bestattung und den Umgang mit dessen Familie seitens seiner zweiten Ehefrau Maike Kohl-Richter vor Augen halte. Vielmehr sollte man sich laut SPD „würdevoll und wertschätzend“ an Hannelore Kohls vielfältigen und langjährigen sozialen Einsatz erinnern, etwa für hirnverletzte Unfallopfer mit Schädel-Hirn-Trauma. Vor dem Hintergrund sollte eher darüber debattiert werden, „eine Straße in unserer Stadt nach deren ehemaliger Studentin Hannelore Kohl und ihrem späterhin verdienstvollen Engagement zu benennen, ohne dabei die beantragte Namensgebung einer Straße nach Dr. Helmut Kohl in Frage zu stellen“.