Kreis Germersheim Keine Scheu vor Firmenprojekten

Eine Sortiermaschine für Kümmelsamen, die Latein-Übersetzung von Bibelauszügen für den Schulunterricht oder die Durchführung einer Marktstudie. Seit 17 Jahren gibt es Theoprax, ein bundesweites Angebot der praxisorientierte Projektarbeit zwischen Schulen und Unternehmen. Jetzt ist auch der Landkreis dabei.
Zwei Tage lang werden Lehrer von 21 Schulen fortgebildet, sie fungieren dann als Multiplikatoren. „Wir freuen uns sehr, dass fast alle weiterführenden Schulen im Landkreis Germersheim im Teilnehmerkreis vertreten sind“, sagt Maria Farrenkopf von der Wirtschaftsförderung. Sie hat als Mitglied des regionalen Arbeitskreises Schule-Wirtschaft im Kreis die Theoprax-Lehrerausbildung initiiert. Sie vermittelt zwischen den Unternehmen und den Schulen. „Wenn ich in die Unternehmen gehe, sehe ich ja genau, wo sich welche Schüler einbringen können“, erklärt sie. „Durch die Verbindung von Theorie und Praxis wird die Lernmotivation gesteigert. Die Schüler werden natürlich von Lehrern und Fachexperten betreut“, erklärt Monika Jakob die grundlegende Idee von Theoprax, dessen Kernzentrum sich im Fraunhofer Institut für Chemische Technologie in Pfinztal befindet. Die konkreten Projekte haben dann offiziellen Charakter: „Die Unternehmen fragen bei den Schülern an und diese müssen einen detaillierten Projekt- und Zeitplan ausarbeiten. Wenn dann alles passt, werden sie von dem Unternehmen beauftragt“ ergänzt ihre Kollegin Elke Becker. Die einzelnen Arbeiten werden dem Niveau und der verfügbaren Zeit der Schüler angepasst, von einer Woche bis zu einem Schuljahr ist alles möglich. Praktika und Betriebsbesichtigungen auf der einen und Unterrichtsbesuche auf der anderen Seite gehören ebenfalls dazu. Schon oft hätte sich zwischen Schulabgänger und Unternehmen später ein Arbeitsverhältnis ergeben. „Natürlich muss man letztlich schauen, wie man die Projekte in den laufenden Schulalltag integrieren kann“, sagt Claudia Krost, Leiterin der Richard-von-Weizsäcker-Realschule plus Germersheim. Für die Einbindung der Lehrmethode in den Unterricht habe es in der Fortbildung gute Impulse gegeben. „Ein Vorteil ist auch, dass die Hemmschwelle zwischen Unternehmen und der Schule abgebaut werden“, sagt Juliane Kranz, Lehrerin an der Nardini-Schule Germersheim. Wichtig sei es auch gewesen, rechtliche und versicherungstechnische Dinge abzuklären, meint Thomas Prinz, Lehrer an der Berufsbildenden Schule Germersheim. (bja)