Kreis Germersheim Keine Hortgruppe mehr im Kindergarten

Kersten Beyer (CDU) stimmte dagegen und Richard Schindler (Freie Wählergruppe) enthielt sich der Stimme, als der Gemeinderat am Montag beschloss, die Hortgruppe in der Kita zu schließen. Leicht hatte es sich der Gemeinderat mit diesem Beschluss nicht gemacht.
Den Anstoß gab Tagesordnungspunkt eins der ersten Gemeinderatssitzung im neuen Jahr: Veränderungssperre im Baugebiet „Nördliche Raiffeisenstraße“, 2018 die wichtigste Herausforderung der Gemeinde. Eine Veränderungssperre, so erläuterte Bürgermeisterin Gerlinde Jetter-Wüst, bedeutet, dass keine Grube ausgehoben, kein Fundament gelegt, kurz nichts gemacht werden darf, was einer Baugenehmigung bedarf. „Was geschieht mit dem Gestüt von Katja Graf?“, war Beigeordnete Thea Weber (Freie Wählergruppe) besorgt. Darauf gab es noch keine Antwort. Richard Schindler (Freie Wählergruppe) blickte auf den nahegelegenen Kindergarten und warnte „wir legen uns ein Ei mit der Veränderungssperre“. Denn bei Tagesordnungspunkt zwei sollte es um einen möglichen Erweiterungsbau für die Kita gehen. Der Hintergrund ist, dass im kommenden Kindergartenjahr acht Kinder in die Schule kommen und es auf der anderen Seite schon 17 Anmeldungen gibt. Ausserdem besteht ein gesetzlicher Anspruch auf einen Kita-Platz für Zweijährige. Kurzum, es fehlen neun Kita-Plätze. Eine Besonderheit in Freckenfeld ist, dass in der Kita auch zehn Hortkinder betreut werden, für die eigentlich der Schulträger – die Verbandsgemeinde Kandel – verantwortlich ist. „Wir haben das damals gemacht, weil der Kindergarten Kapazitäten hatte“, erinnerte die Bürgermeisterin. Wenn die Hortgruppe nun erhalten werden sollte, wäre ein Erweiterungsbau für den Kindergarten notwendig. Dafür gäbe es Zuschüsse von Land und Landkreis von rund 168.000 Euro. Was die Gemeinde tragen müsste, könnte im unteren sechsstelligen Bereich liegen, prophezeit allerdings die Beschlussvorlage der Verbandsgemeinde. Wenn auf die Hortgruppe verzichtet und damit ohne bauliche Veränderungen eine altersgemischte Gruppe eröffnet werden würde, könnte der gesetzliche Bedarf mit sechs neuen Plätzen für Zweijährige gedeckt werden. Dann könnten Fördermittel von 4900 Euro pro „U3 Platz“ beantragt werden. Sprich ein Schlafraum und ein Durchbruch für eine Tür wären möglich, so Jetter-Wüst. Jens Ulm (CDU) kann sich einen Wohncontainer statt eines Erweiterungsbaus vorstellen. „Dafür haben wir kein Gelände“ entgegnete die Bürgermeisterin und stellte klar: „Hortkinder betreuen ist Sache der Verbandsgemeinde, wir sind in der Pflicht für die Zweijährigen.“ CDU-Ratsmitglied Kersten Beyer verwies auf Freckenfeld als den Wohnort für junge Familien. Die Hortkinder sollten nicht in „fremde Hände“ der Verbandsgemeinde gegeben werden sondern in der Ortsgemeinde bleiben. Das sei pädagogisch wichtiger als Französischunterricht. Peter Neubauer (SPD) lenkte ein „Hortkinder sind Freckenfelder Kinder und dies sollte bei der geplanten Sanierung der Grundschule von der Verbandsgemeinde bedacht werden.“ Was im Einzelnen bedacht werden müsste führte eine Mutter in der Einwohnerfragestunde vor Augen. Sie schilderte den Hortbetrieb in der Grundschule mit einer Betreuerin zwischen Dach- und Kellergeschoss, zwischen Hausaufgaben und Freizeit. Die 10 Hortkinder in der Kita seien besser aufgehoben.