Kandel
Kandel erhält unter #Kandel Schützenhilfe aus dem Schwarzwald
Auf ihrer Homepage wirbt die Stadt Kandel mit dem Beitrag „Instagram – User lieben Kandel“. Die Stadt stützt sich auf eine Untersuchung des Online-Reiseportals „Travelcircus“. Laut dem Berliner Unternehmen gehört die Stadt Kandel in dem sozialen Netzwerk Instagram zu den „100 beliebtesten Kleinstädten“ in ganz Deutschland. Kandel belegte im Ranking den 47. Platz und besitzt nun einen „Instagram-Award“.
Für die Platzierung war wichtig, wie viele Beiträge mit dem Hashtag „Kandel“ gepostet wurden – der Hashtag „Kandel“ wurde bisher etwa 28.000 Mal gepostet. Bei der Rangfolge wurde jedoch nicht berücksichtigt, dass es sich in vielen der 28.000 Beiträge mit dem Hashtag „Kandel“ gar nicht um die südpfälzische Kleinstadt handelt, sondern um einen Aussichtspunkt im Schwarzwald, der auch Kandel heißt.
Differenzierung ist technisch schwierig
So zeigen viele der geposteten Beiträge nicht Bilder der Kleinstadt, sondern den schneebedeckten Schwarzwald. Tina Kloster, Unternehmenssprecherin des Reiseportals „Travelcircus“, erklärte auf Anfrage der RHEINPFALZ, dass eine genauere Auswertung technisch bisher nicht möglich sei. Es sei für „Travelcircus“ also schwierig zu unterscheiden, ob es sich um die Erhöhung im mittleren Schwarzwald oder die gleichnamige Kleinstadt handle, so Kloster.
Das Unternehmen habe unter dem Hashtag „Kandel“ jedoch auch viele tolle Fotos der Kleinstadt sichten können, sagt die Pressesprecherin. „Travelcircus“ arbeite derzeit daran, die Auswertung zu verfeinern.
Seit einigen Monaten hat die Stadt Kandel auch einen eigenen Instagram-Auftritt. Veröffentlicht werden hier unter anderem Stellenanzeigen, Infos zur Geschäftswelt und Terminhinweise. Bislang interessieren sich 450 Abonnenten dafür, knapp 20 Prozent davon kommen laut Citymanagerin Jennifer Tschirner aus Karlsruhe. Die Facebook-Fanpage der Stadt haben 525 Internet-Nutzer abonniert. Auf ihrem Instagram-Kanal hat die Stadt Kandel bereits 188 Beiträge veröffentlicht.
Zunächst sei man davon ausgegangen, dass man den „Instagram-Star-Award“ für den offiziellen Instagram-Auftritt der Stadt Kandel gewonnen hat, so Tschirner. Daraufhin sei sie mit dem Erfolg an die Öffentlichkeit gegangen. Erst danach habe sie sich mit „Travelcircus“ in Verbindung gesetzt und verstanden, dass die Auszeichnung nicht für den eigenen Account sei, sondern die Anzahl der verwendeten Kandel- Hashtags. Tschirner sieht die Auszeichnung als Ansporn dafür, noch aktiver in den sozialen Netzwerken zu sein. Außerdem habe man auch viele Bilder aus der Stadt Kandel gefunden.
Einwurf: Nur ein scheinbarer Erfolg
Etwa 28.000 Beiträge wurden auf Instagram unter dem Hashtag „Kandel“ veröffentlicht. Dass nicht alle Beiträge der Stadt zugeordnet wurden, ist klar. Dennoch wurden sie unter dem gleichen Hashtag veröffentlicht. Was jedoch nicht klar ist, ob Kandel den „Instagram-Star-Award“ auch wirklich verdient hat. Bereits auf den ersten Blick erkennt man, dass viele Beiträge im Schwarzwald aufgenommen wurden. Eine Differenzierung wurde im Ranking von „Travelcircus“ nicht vorgenommen. Somit wird schnell klar, dass es nur ein scheinbarer Erfolg für die Stadt ist. Das hätte den Verantwortlichen bei der Verwaltung auffallen sollen. Mit diesem vermeintlichen Erfolg an die Öffentlichkeit zu gehen ist peinlich. Lobenswert ist jedoch, dass die Stadt Kandel mit ihrem Auftritt in den sozialen Netzwerken am Puls der Zeit ist. Mit der Präsenz in den sozialen Netzwerken erreicht man viele Menschen, die man sonst nicht erreicht hätte.