FRECKENFELD
Hitler und Frick keine Ehrenbürger mehr
Ebenso der Reichsinnenminister Wilhelm Frick, von 1933 bis 1943 einer der einflussreichsten NS-Politiker und unter anderem als Reichswahlleiter tätig. Viele Gemeinden und Städte, wie zum Beispiel Kandel oder Landau hätten damals die Repräsentanten des Naziregimes als Ehrenbürger ernannt, hieß es in der Ratssitzung. Freckenfeld habe schon zwei Monate nach der Machtergreifung der Nazis die Ehrenbürgerwürde an Hitler und Frick verliehen.
Im Archiv fand Bürgermeister Martin Thürwächter (CDU) das Protokoll der Sitzung vom 8. April 1933. Darin steht auch, dass die SPD-Mitglieder ihre Ämter niederlegen mussten. Die anderen Ratsmitglieder hatten die „Wahl“, ihre Ämter ebenfalls niederzulegen oder der NSDAP beizutreten. Ab da entschied der Bürgermeister allein, der Gemeinderat hatte nichts mehr zu sagen. Ab 1941 gab es dann gar keine Ratssitzungen mehr. „Das Ende der Demokratie wurde eingeleitet, erst 1946 gab es wieder freie Wahlen“, erinnerte der Bürgermeister.
Martin Thürwächter war einem Hinweis aus der Bevölkerung gefolgt, dass die Repräsentanten des Naziregimes noch immer als Ehrenbürger von Freckenfeld geführt würden. Das habe zwar schon in dem Buch zur 1000-Jahrfeier der Gemeinde im Jahr 1982 gestanden. Aber damals, sei das nicht verfolgt worden, erläuterte er gesetzliche Regelungen zur Ehrenbürgerschaft. Demnach erlösche diese mit dem Tod. Für die Entziehung der Ehrenbürgerschaft zu Lebzeiten sei eine Zweidrittelmehrheit im Gemeinderat erforderlich. Die Entziehung posthum habe nur deklaratorischen Charakter.
SPD-Fraktionsvorsitzender Stefan Foos: „Ich finde es gut, dass wir darüber sprechen. Die aktuelle Situation ist Anlass.“ Heiko Möller, Freie Wählergemeinschaft: „Gut, dass der Gemeinderat ein Zeichen setzt.“