Kreis Germersheim Hinter der Maske

Schollück vom Hofstück stand auch dieses Jahr mit einer Video-Bütt bei der Prunksitzung der „Lustavia“ auf der Bühne.
Schollück vom Hofstück stand auch dieses Jahr mit einer Video-Bütt bei der Prunksitzung der »Lustavia« auf der Bühne.

Lustadt. Als Schollück vom Hofstück ist Matthias Sinn in Lustadt seit Jahren bekannt. Die Kunstfigur mit dem auffälligen Haarschopf, die offiziell am 30. Februar 1984 in Schweigen-Rechtenbach geboren ist und als Job „Aushilfspraktikant“ angibt, entstand bereits im Jahr 2013 und hat sich seitdem stets weiterentwickelt. Der Name des Halbfranzosen Schollück ist übrigens eine Anlehnung an den männlichen Vornamen Jean-Luc. „Schreiben Sie’s einfach so, wie man’s spricht“, soll Schollücks Vater auf dem Standesamt gesagt haben. Erdacht hat sich diese Biografie Matthias Sinn. Er schauspielert in der Laienspielgruppe Westheim und hatte bei einem Stück die Rolle als verrückter Juwelier inne. Die Verkleidung glich dem heutigen Outfit von Schollück. „Als ich ins Kostüm schlüpfte, war es wie eine Initialzündung. Auch meine Mitspieler haben direkt gemerkt, dass da etwas Neues entstanden ist“, erinnert sich der 47-Jährige. Parallel dazu hatte er für seinen Bruder Markus zum Geburtstag einen Film gedreht, in dem er durch seinen Heimatort Lustadt läuft und mit allerlei Protagonisten spricht. „Das kam so gut an und hat für viel Freude gesorgt. Ich wollte einfach weitermachen.“

Von Klapprad-Cup bis Wacken-Festival

Das hat Sinn dann auch getan und kann mittlerweile auf eine ganze Menge YouTube-Videos zurückblicken. Mal ist Schollück als Außenreporter in Istanbul im Einsatz – der Kurztrip der Sinns 2013 lag da ganz passend −, mal ist er auf dem Wacken-Festival oder beim Kalmit- Klapprad-Cup unterwegs oder mischt sich unter die Besucher des „Weltkulturerbes Loschter Handkeesfeschd“. „Ein fester Bestandteil im Jahr ist die Video-Bütt bei den Prunksitzungen des Karnevalvereins“, sagt Sinn. Die Ideen für die Einspieler kommen oft spontan. Zum Beispiel im Kroatienurlaub, in dem aus einem Duschvorhang die Idee für ein parodistisches „Psycho“-Video entstand. Vorbereitung, Dreh, Schnitt – Matthias Sinn macht alles in Eigenleistung, wobei es an helfenden Händen, wie beim jüngsten Flashmob-Dreh in einem Lustadter Supermarkt, nicht mangelt. Die Aktion brachte Schollück zuletzt sogar einen Auftritt bei der SWR-Landesschau ein. Anregungen, Unterstützung und Kritik bekommt Sinn, der als Anlagenberater bei der Postbank arbeitet, auch von seinen zwei Kindern und der Ehefrau.

Schwarzer Humor in Videos erkennbar

Was Matthias Sinn und sein Alter Ego Schollück vom Hofstück verbindet? „Der schwarze Humor“, sagt Sinn, und der ist in allen Videos erkennbar. So bei Schollücks Audienz bei „Kaiserin VR-Sisy“, womit der interaktive Banking-Automat gemeint ist, beim Plausch mit Fußballfans oder dem Werbedreh für das ultimative Pfälzer Getränk „Saure Schorle“. Ideen für weitere Videos hat Sinn noch genug. Wenn da nur nicht die knappe Zeit wäre. „Für 20 Sekunden Intro brauche ich vier Stunden im Schnitt“, sagt Sinn, der im Karnevalverein aktiv ist, Sport macht und gerne auf Rockkonzerte geht. „Ein Traum wäre natürlich einmal ein Interview mit Miroslav Klose, Stefan Kuntz oder Joachim Löw. Beim letztgenannten auch wegen der ähnlichen Frisur.“

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