Rülzheim
Herzkranker Wirt „Da Basi“ hofft auf Heimkehr
Nach einem dreiviertel Jahr Krankenhaus hofft Basilio Madeo dieser Tage, wieder nach Hause zu kommen, um dann in die Reha zu gehen. Den beliebten Wirt „Da Basi“ vom gleichnamigen Restaurant beim Rülzheimer Tennisclub hatte 2023 eine verschleppte Erkältung mit Herzmuskelentzündung völlig aus der Bahn geworfen. Eine Spendenkampagne war seiner Familie eine große Hilfe.
Die Prothese steht bereit. Mit ihr muss sich Basilio Madeo die nächsten Wochen vertraut machen. Denn wegen der im vergangenen Jahr wie ein Schicksalsschlag über ihn hereingebrochenen Krankheit musste ihm ein Bein abgenommen werden. Mehr noch: Er wurde am Herz operiert. Dessen linke Seite ersetzt nun ein künstliches Organ, und die rechte Seite wird durch ein externes System unterstützt, ein sogenanntes Berlin Heart. Die Maschine steht am Bett oder kann als Beiwagen mitgeführt werden. Drei Mal schon sollte „da Basi“ aus der Heidelberger Klinik nach Hause entlassen werden. Doch dann entschieden sich die Ärzte kurzfristig immer wieder dagegen. Es gab Infektionen und Kreislaufschwächen. Das wäre zu gefährlich gewesen. Nach dem Auf und Ab der letzten Monate ist „Basis“ Lebenspartnerin Alexandra Schauermann jetzt aber zuversichtlich: „Diesmal sieht es gut aus.“ Die Woche nach Pfingsten soll es in die Reha gehen.
Das wäre ein Lichtblick für die Familie. „Basi“ und Alexandra haben vier gemeinsame Kinder zwischen drei und zwölf Jahren. Das Restaurant beim Tennisclub Rülzheim läuft seit Monaten dank verlässlichem Personal weiter. Wahrscheinlich aber muss, wenn „da Basi“ wieder zu Hause ist, das eine oder andere barrierefrei umgebaut werden. Mit großem Dank schaut Alexandra Schauermann auf die Online-Spendenkampagne, die Freunde vom Tennisclub letztes Jahr gestartet hatten. Einer von ihnen war Jochen Krüchten. Er ist stolz darauf, dass bei der Sammlung am Ende über 80.000 Euro zusammengekommen sind. „Bei Gofundme kann man noch immer spenden“, sagt er. Und: „Ich habe alles mal online gelassen, weil wir leider ja nicht wissen, wie es weitergeht.“
Krüchten hat über die Zeit den Kontakt gehalten und Basilio Madeo auch in der Klinik besucht. „Zu wissen, dass draußen so viele an ihn denken und seine Familie unterstützen, hat dem ’Basi’ sehr gut getan“, weiß Krüchten. Auch bei einer Bildversteigerung auf dem Weihnachtsmarkt und beim Benefizkonzert im Januar kam Spendengeld zusammen. Finanziell kommt die Familie jetzt erstmal gut über die Runden. Die anstehenden Umbauten sind wohl kein Megaproblem. Auch mit der Prothese, die zunächst im Voraus bezahlt werden musste und nun zur Hälfte von der Kasse erstattet wird, geht so weit alles klar, heißt es.
Die Reha wird für Basilio Madeo von entscheidender Bedeutung. Es geht für ihn im Sinne des Wortes darum, wieder auf die Beine zu kommen. Er muss nach der langen Bettruhe fit werden. Wenn er gesundheitlich so stabil ist, dass er mehr oder weniger bedenkenlos den großen Eingriff einer Herztransplantation durchzustehen vermag, werde ihn die Klinik auf die sogenannte Hochdringlichkeitsliste setzen. Wer auf dieser steht, bekomme vorrangig ein Spenderherz. Einen Zeitplan dafür gebe es jedoch nicht. Basilio Madeo hat Blutgruppe „0 negativ“. Die ist selten. Entsprechend selten sind – der puren Wahrscheinlichkeit nach – passende Spenderorgane. „Es kann schnell gehen oder auch Jahre dauern“, sagt Alexandra Schauermann. Bei einem anderen Patienten, den Basilio Madeo in der Heidelberger Klinik kennengelernt hatte, habe es lediglich fünf Monate gedauert. „Da heißt es nach wie vor Daumendrücken“, sagt Jochen Krüchten. Das Schlimmste, das haben derweil alle irgendwie im Gespür, ist jetzt allerdings wohl erstmal überstanden.
Info
Die Spendenseite für Basilio Madeo: www.gofundme.com/f/hilfe-fur-schwer-erkrankten-basilio-basi-madeo