Kreis Germersheim Hauptstraße ist die „Achse 1“

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Beim zweiten Kandeler Innenstadtforum zur Initiative „Aktive Stadt“ am Mittwoch wurde sozusagen ein erster Strich unter die umfangreichen Bestandsaufnahmen, Befragungen, Ideen und Diskussionen gezogen. Seit einem Jahr geht es um die Aufnahme der Stadt in das Förderprogramm des Landes, bei dem Projekte mit bis zu 80 Prozent der Kosten gefördert werden können. Dazu ist ein Förderkonzept notwendig, das von Stadtimpuls Landau erarbeitet wird.

Um zu zeigen, was mit diesem Förderprogramm praktisch möglich ist, hatten Stadtimpuls-Chef Michael Kleemann und Bürgermeister Günther Tielebörger Bürgermeister Klaus Wagner und City-Managerin Melanie Cocimano aus Grünstadt eingeladen. Die Stadt im Landkreis Bad Dürkheim ist vor 10 Jahren in das Förderprogramm aufgenommen worden. Das wirtschaftlich geprägte Mittelzentrum mit rund 14.000 Einwohnern hat 2011 die Stelle des Stadtmanagers eingerichtet. Seit 2015 leitet die Diplom Geografin Melanie Cocimano diesen Bereich. Er umfasst die Wirtschaftsförderung, das Stadtmarketing und die Öffentlichkeitsarbeit. Der Grünstadter Bürgermeister berichtete offen über die Skepsis, mit der das Stadtmanagement anfänglich betrachtet wurde. Auch in Kandel, so zeigte die Diskussion beim zweiten Innenstadtforum, gibt es Bedenken. In Grünstadt seien die Skeptiker durch die Präsenz der City-Managerin überzeugt worden, antwortete Bürgermeister Wagner auf eine Frage. Den Durchbruch erzielte sie mit einem Kunstprojekt in leerstehenden Geschäften. Immerhin hat sich im Ergebnis eine Künstlerin mit ihrem Atelier im Altstadtkern angesiedelt. Viel Zuspruch findet der Wochenmarkt, den Cocimano betreut, ebenso wie die saisonalen Märkte im Jahreslauf. Seit 2012 habe Grünstadt einen Verfügungsfond für die privaten Projekte eingerichtet, ein Thema, das auch in Kandel bei den bisherigen Treffen zur „Aktiven Stadt“ heiß diskutiert wurde. Private Projekte im Sanierungsgebiet können mit maximal 40.000 Euro pro Projekt gefördert werden, zeigte Cocimano Beispiele gelungenen Umbaus und Modernisierung eines Bioladens und einer Eisbar im Zentrum von Grünstadt. Leerstand, so ist Wagner überzeugt, sei ein reines Eigentümerproblem. Das konnte auch sein Kollege Tielebörger für Kandel bestätigen. Die Frage, ob sich Stadtmanagement in Euro und Cent beziffern könne, beantwortete der Gast aus Grünstadt mit einem klaren Nein. Aber Stadtmarketing mache durch Kompetenz und Präsenz des jeweiligen Verantwortlichen vieles überhaupt erst möglich, wie die Gäste aus Grünstadt überzeugend darlegten. Für Kandel fasste am Mittwochabend Michael Kleemann noch einmal die Elemente des Förderkonzepts zusammen. Mit allen Details kann dieses Plandokument im Internet unter www.plattform-Kandel.de/Dokumente abgerufen werden. So sind beispielsweise im Rahmenplan drei Achsen vorgesehen. Die Hauptstraße mit Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungen ist Achse eins. Im Süden schließt sich Achse zwei mit Angeboten für Tourismus und Kultur, wie zum Beispiel der Radweg an, und Achse drei ist die sogenannte Demografieachse im Norden mit Schulen oder dem geplanten Haus der Familien. Im Lageplan des Sanierungsgebietes sind private Häuser mit rot gekennzeichnet, wenn Handlungsbedarf bestehe, mit gelb, wenn Sanierung möglich und mit grün, wenn alles in Ordnung sei. Aus der Bürgerbeteiligung ergaben sich acht Projekte, zählte der Vertreter von Stadtimpuls auf. Dazu gehören das geplante Gesundheits- und Rehazentrum, für das eine Fläche in der Lauterbourger Straße gedacht sei. Für die Aktion „Kandel barrierefrei“ könnte eine Probefahrt des Bürgermeisters mit dem Rollstuhl die Problembereiche öffentlichkeitswirksam hervorheben. Geplant ist weiter, den Online-Offline-Handel in Gang zu bringen oder neue Veranstaltungsformate, wie zum Beispiel Passagenfeste. Tielebörger möchte das Gebäude der Volkshochschule in der Turmstraße sowie eine öffentliche Toilette noch in den Plan aus der Bürgerbeteiligung aufnehmen. Am 22. Mai, wird das Förderkonzept dem Stadtrat zum Beschluss vorgelegt. Dann geht es in weitere Gremien bis hin zum Ministerium. Im August ist das abschließende Innenstadtforum geplant, es soll der Auftakt für die Förderung „Aktive Stadt“ sein. Dabei werde auch über die Ausschreibung der Stelle eines Stadtmanagers entschieden. Ein Beschluss über das Stadtumbaugebiet und die Modernisierungsrichtlinie werde dann das verwaltungstechnische Gerüst fertigstellen, so Kleemann.

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