Westheim
Gute Stube ist geschlossen
Aufgrund der Corona-Pandemie gibt es im Westheimer Bürgerhaus seit mehreren Monaten keine Großveranstaltungen. Eigentlich nutzen derzeit nur „die Kindertagesstätte, die Grundschule und der Ortsgemeinderat“ Westheims gute Stube, wie Ortsbürgermeisterin Susanne Grabau (FWG) auf Nachfrage sagt. Die Grundschule nutze das Bürgerhaus für ihren Sportunterricht und die Kindertagesstätte den kleinen Saal für das Mittagessen der Kinder in mehreren Schichten. Das Essen, das ein Caterer bringe, werde auf den Tellern in der Küche des Bürgerhauses angerichtet. Das nur, „weil wir einen Wasserschaden in der Kita hatten und dort ein neuer Boden eingebaut wird. Wie hoffen, dass das bis Ende des Jahres erfolgt ist“, sagt die Ortsbürgermeisterin. Es könne aber auch Ende Januar werden.
Kreis sagt Begehung ab
Dass an der Lüftungsanlage und am Brandschutz etwas getan werden muss, ist seit Ende August vergangenen Jahres klar gewesen, als der Tüv Rheinland den Brandschutz überprüfte. Darin sind sich Susanne Grabau und ihre Beigeordneten Gerhard Weiss und Sascha Gießler einig. Und am 29. Januar dieses Jahres hätte es aus diesem Grund eigentlich eine Brandschutzbegehung mit der Kreisverwaltung geben sollen, doch sei diese vom Kreis abgesagt worden. Der damalige Beigeordnete der Ortsgemeinde, der später vom Amt zurückgetreten ist, kümmerte sich anfänglich um das Thema. Zusammen mit der Bauabteilung der Verbandsgemeindeverwaltung wurde nach einem Fachplaner gesucht, Angebote von Fachplanern eingeholt. Dann sei nichts passiert. Wohl auch, schätzt Ortsbürgermeisterin Grabau, weil die Bauabteilung viele Monate drei vakante Stellen hatte. Im Juli sei von der Verwaltung nachgefragt worden, was nun geschehen soll. Zur Ratssitzung im Oktober gab es eine grobe Kostenschätzung für das weitere Vorgehen und es wurde auch beschlossen, einen Fachplaner zu beauftragen.
Dann hat Grabau zufolge die Finanzabteilung aber darauf hingewiesen, dass es einen neuen Fördertopf gibt, dafür müsste aber eine erneute Ausschreibung ausgearbeitet werden. „Und das wird gerade gemacht“, sagt Grabau. Der gefasste Beschluss werde deshalb nicht umgesetzt. Wenn die Ausarbeitung soweit wäre, müsste der Gemeinderat sich des Themas erneut annehmen. Zwischenzeitlich habe sich der Tüv gemeldet und nachgefragt, was unternommen wurde. Da der Mangel innerhalb eines Jahres nicht behoben worden sei, habe der Tüv dies der Kreisverwaltung mitgeteilt.
Anlage nicht betriebssicher
Und die wiederum forderte die Ortsbürgermeisterin auf, die Halle zu schließen, weil laut dem Tüv-Gutachten die „Anlage in Summe nicht betriebssicher und wirksam ist“. Grabau weigerte sich und verwies auf die vielen Fluchttüren. Das Bürgerhaus ist Gießler zufolge Mitte der 1980er-Jahre eingeweiht und die Brandschutzklappen 1989 nachträglich eingebaut worden. Doch so, dass zwischen Decke und klappe rund 10 Zentimeter Luft sind und Feuer deshalb überschlagen könnte. Wenn die Gemeinde einen Sachverständigen hat, der „schriftlich die Verantwortung für einen eingeschränkten Betrieb übernimmt“ und eine Lösung aufzeigt, könne die Entscheidung zur Schließung vielleicht revidiert werden, hofft Gießler.
Nun wartet die Gemeindespitze auf die Verfügung des Kreises, dass die Halle geschlossen werden muss. Wie lange das Bürgerhaus geschlossen bleiben muss, ist derzeit nicht absehbar. 430.000 Euro stehen in den beiden Haushalten für die Jahre 2021 und 2022 für die Sanierung des Bürgerhauses bereit.