Germersheim Geschichten aus der Geschichte: Minigolfanlage nur kurzes „Sommermärchen“
Das Stadtviertel hatte mit dem Bau der Eduard-Ort-Schule und der Kreisberufsschule (jeweils 1959), der Errichtung der Stadthalle (1960) und dem Neubau des Gymnasiums (1964) seit den späten 1950er-Jahren eine Aufwertung erfahren. Zwischen diesen öffentlichen Gebäuden, die damals eine Aufwärtsentwicklung, Wachstum und das sich daraus ableitende neue Selbstverständnis der aufstrebenden Kreisstadt für jeden sichtbar belegten, hatte man 1961 auch den Stadtgarten fertiggestellt. Als Freizeitanlage und grüne „Oase“ in der Stadtmitte und in unmittelbarer Nachbarschaft zur Stadthalle lud er zu Erholung und Entspannung ein. Darüber hinaus diente der am Rand des Stadtgartens erbaute Pavillon kulturellen Veranstaltungen wie sommerlichen Konzerten und Matineen.
Zahlreiche Stammkunden
Im Jahr 1965 konnte die örtliche Presse schließlich die Eröffnung einer Minigolfanlage melden, die in dem bewaldeten Geländestreifen entlang des Weges zwischen dem Stadtgarten und der August-Keiler-Straße entstanden war. Die Lokalpresse berichtete im Sommer 1965 über den Reiz der neu geschaffenen Attraktion: „Die Kleingolfanlage am Stadtgarten lockt bei schönem Wetter viele Besucher an. Es haben sich bereits ,Spezialisten’ herangebildet, die zu den Stammkunden zählen und mit Begeisterung diesen schönen Sommersport ausüben.“
Trotz aller Begeisterung vonseiten der geübten Spieler und der günstigen Lage blieb der „Sommersport“ schließlich aber nur ein kurzlebiges „Sommermärchen“, das sich nicht auf Dauer in der Rheinstadt etablieren konnte: Bereits Ende der 60er-Jahre schloss der private Betreiber die Anlage und die Bahnen wurden wieder abgebaut. Offenbar war der Betrieb doch nicht rentabel genug.