Kreis Germersheim Germersheim: Halsbandsittiche sind angekommen
Seit mindestens einem Jahr leben die grünen Vögel in der Stadt. 10 bis 15 wurden gezählt. Anfang der 1970er Jahre sind die ersten Exemplare im Rhein-Neckar-Raum aufgetaucht, von wo aus sie nach Süden ziehen.
Die Tierwelt in Germersheim ist seit mindestens einem Jahr um eine Tierart reicher geworden. Grüne Halsbandsittiche haben die Lüfte über der Stadt und ihren Bäumen erobert. Von Ludwigshafen über Speyer setzen sie ihre Wanderung in Richtung Süden fort. Die Unterhaltung zwischen den Zuwanderern ist laut, manchmal erinnert diese an einen Streit. Denn wenn einer einen Ton von sich gibt, wird er von mindestens einem seiner Artgenossen sofort kommentiert. Und die Töne passen so gar nicht richtig in die heimische Tierwelt. Deshalb wandert der Blick abends öfter gen Himmel, wenn die grün gefiederten Tiere sich ihren Nistplatz suchen und über die Köpfe der Menschen hinwegfliegen. Bei den Vögeln handelt es sich um frei lebende Halsbandsittiche, die sich entlang des Rheins immer weiter nach Süden vorarbeiten.
Hohe Bäume bevorzugt
Gesichtet wurden die grünen Sittiche, die ursprünglich aus Indien und Afrika stammen, unter anderem auf dem Germersheimer Friedhof, am Nachtigallenweg, Schlangenweg und Schwanenweiher sowie Am Unkenfunk. „Überall da, wo es sehr hohe Bäume gibt“, sagt Erich Ofer, Vorsitzender des Germersheimer Vogelschutzvereins auf Anfrage. Vor allem hohe Platanen werden von den Sittichen bevorzugt. „Dabei nisten sie gerne in alten Spechthöhlen“, weiß Ofer. Sie jetzt in einem Baum zu finden falle allerdings wegen des grünen Gefieders sehr schwer. Ausgebreitet haben sich die Halsbandsittiche von Köln aus, sagt Ofer. Anfang der 1970er Jahre gab es im Rhein-Neckar-Raum die ersten Sichtungen der grünen Vögel mit ihren markanten roten Schnäbeln. In Ludwigshafen lebt ein Großteil der Tiere im Ebertpark, in Speyer im Domgarten. Aber auch in Zweibrücken sind die Tiere gesichtet worden - unter anderem, weil ein Halsbandsittich eine Geschwindigkeitskontrolle beim Vorbeifliegen ausgelöst hat und dabei geblitzt wurde. Insgesamt wird die Population im Rhein-Neckar-Raum auf rund 30.000 Vögel geschätzt – Tendenz steigend. In Germersheim wurden beim Überflug bisher rund 10 bis 15 Halsbandsittiche gesehen.