Kreis Germersheim Geothermieprojekt stößt auf Widerstand
Keine Einladung, kein Anruf, keine Informationen: Die Westheimer Ortsbürgermeisterin Inge Volz (SPD) übt heftige Kritik an der Deutschen Erdwärme (DE) GmbH und Co. KG aus Karlsruhe, die im Lustadter Gemeindewald zwischen Lustadt und Bellheim nach Bohrflächen zur Errichtung eines Geothermie-Kraftwerks sucht (wir berichteten).
Im Bauausschuss und gegenüber der RHEINPFALZ bemängelte Volz die Informationspolitik der Firma. Denn: Erste Informationen über das geplante Projekt habe sie der RHEINPFALZ entnommen. Sie sei von der DE weder angeschrieben noch angerufen und somit auch nicht über das Vorhaben informiert worden. Und: Sie sei auch nicht zum Dialogabend am 25. Januar eingeladen gewesen: „Die Firma ist zu keiner Zeit auf die Gemeinde Westheim zugekommen. Sie hat mich als Ortsbürgermeisterin nicht kontaktiert. Und das ist nicht in Ordnung“, sagte Volz. Westheim sei zwar nicht direkt mit Grundstücken, aber als Nachbargemeinde betroffen. Das Suchgebiet liege nämlich sehr nahe am Ort: „Unsere Gemarkung grenzt unmittelbar an die Gemarkungen Lustadt und Bellheim im Wald an.“ Volz betonte, dass sie auch schon besorgte Bürger wegen des Geothermie-Projekts angesprochen hätten. Sie stellte infrage, ob der von der DE versprochene Dialog wirklich ernst gemeint ist. Und: Ob deren Informationspolitik tatsächlich „zur Minderung der vorhandenen Bedenken und Vorbehalte bezüglich neuer Geothermie-Projekte in der Region konstruktiv beiträgt“. Volz sprach von „schlechten Voraussetzungen“ und schlug vor, eine gemeinsame Resolution gegen das Vorhaben auf Verbandsgemeindeebene zu verabschieden. Markus Simon (SPD) hat die Info-Veranstaltung der DE besucht und äußerte im Bauausschuss Bedenken. Er bemängelte, dass es „auf konkrete Fragen nur allgemeingültige Antworten gegeben“ habe, „nicht in die Tiefe gegangen“ worden sei. Und auch er kritisierte die Nähe der Bohrstelle zu Westheim: „Es kann sein, dass ein Ende der Bohrung unter Westheim liegt.“ Dass es technische Fortschritte gebe, zweifelte Simon nicht an. Er hegte jedoch Zweifel am Sinn des Projekts: „Ich sehe den Kosten-Nutzen-Faktor nicht. Die werden keine Chance haben, die Energie zu vermarkten.“ Diesbezüglich warnte er vor der Gründung eines Zweckverbands. Zudem zweifelte Simon an der Seriosität der Firma. |nti