WESTHEIM Experiment mit Einbahnstraßen

Die Gemeinde will Straßen sanieren und den Verkehr neu organisieren.
Die Gemeinde will Straßen sanieren und den Verkehr neu organisieren.

In gleich zwei Westheimer Straßen ändert sich demnächst die Verkehrsführung: Die Schiller- sowie ein großer Teil der Waldstraße werden zu Einbahnstraßen.

Das hat Auswirkungen auf umliegende Verkehrswege. Für das Experiment gibt es einen guten Grund. Die Fraktionen im Gemeinderat streiten aber um die Vorgehensweise. Beide Straßen waren bisher in beide Richtungen befahrbar. Aber: Sie sind recht eng, weshalb es laut Verwaltung „immer wieder zu verkehrskritischen Situationen“ kommt. Zudem erneuert der Wasserzweckverband wohl ab Herbst die Hauptwasserleitung in der Waldstraße (bis zur Zufahrt ins Baugebiet Obere Heide). Die Gemeinde hängt sich an, lässt gleichzeitig die sanierungsbedürftigen Straße mit ausbauen.

Versuchsweise ausweisen

Das Vorhaben: vorab versuchsweise die Waldstraße für motorisierte Verkehrsteilnehmer (für Radfahrer gilt das nicht) in östlicher Richtung ab Schillerstraße (Richtung Holzmühlstraße) – und die Schillerstraße in südlicher Richtung (Richtung Waldstraße) als Einbahnstraßen auszuweisen.

Die Auswirkung: Die Zufahrt zum betroffenen Teil der Waldstraße ist dann nur noch über die Beethovenstraße und von dort aus über Goethe- oder Schillerstraße möglich – jedoch nicht mehr von der Holzmühlstraße aus. Das bedeutet auch, dass während der Testphase Schiller-, Goethe- und Industriestraße sowie die Zufahrt ins Baugebiet „Obere Heide“ über Holzmühl- und Waldstraße nicht mehr erreichbar sind – nur noch über die Beethovenstraße.

Bürger schriftlich informiert

Laut Bürgermeisterin Susanne Grabau (FWG) sind die vorübergehend geplanten Anordnungen mit Polizei und Ordnungsamt abgesprochen: „Wir haben jetzt die Chance, etwas auszuprobieren, bevor die Bauphase startet.“ Die SPD-Opposition hatte im Gemeinderat für eine Anwohnerversammlung noch vor der Probephase plädiert, konnte sich aber nicht durchsetzen. Stattdessen werden laut Grabau alle Anwohner der Beethovenstraße und südlich der Beethovenstraße schriftlich über das Projekt informiert – und können sich bei einer Versammlung „noch vor den Sommerferien“ zu Erfahrungen der Probephase äußern. Mit zehn Ja-Stimmen, bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen, gab der Rat für das Vorhaben grünes Licht.

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