Kreis Germersheim Erst Ende April soll Verkehr frei fließen

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GERMERSHEIM

. Die Geduld der Bewohner des Wohngebietes Am Unkenfunk und Am alten Hafen wird seitens der Stadt und der Bahn stark strapaziert. Seit 27. Februar 2015, dem Tag des offiziellen Spatenstichs zur Aufweitung der Bahnunterführung an der Haltestelle Mitte/Rhein, ist das Gebiet über diesen Zugang von der Stadt abgeschnitten. Für Fußgänger und Radfahrer war und ist das Passieren zwar meist möglich, doch nicht alle Anwohner sind zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs. Also muss ein rund 2,7 Kilometer langer Umweg gefahren werden. Seit fast einem Jahr. Rechnet man diesen auf 220 Arbeitstage um und addiert Hin- und Rückweg kommt in einem Jahr eine Strecke von 1188 Kilometern zusammen. Vorausgesetzt, man fährt nur einmal den Weg. Außerdem war für mehrere Wochen ein Teil der Straße Am alten Hafen gesperrt, weil ein Fußweg bei der Kläranlage gebaut wurde. Der Umweg vergrößerte sich nochmals. Doch die Zeit der Umwege wird noch etwas andauern. Albrecht Götz von DB Netz in Karlsruhe teilt auf RHEINPFALZ-Anfrage mit, dass es einen weiteren Verzug an der Baustelle gibt. „Ende April“, antwortet Götz auf Nachfrage, wann denn mit einer Verkehrsfreigabe zu rechnen ist. Dies ist eine weitere, erhebliche Verzögerung gegenüber den ursprünglichen Plänen. Auf dem Bauschild der Bahn am Bahnübergang ist mit dicken Buchstaben zu lesen: Fertigstellung Ende November 2015. Dass daraus nichts wird, hat Götz in einem RHEINPFALZ-Bericht Mitte Oktober angekündigt. Damals ging der Fachmann von einer Öffnung Mitte Dezember aus. Spätestens an Weihnachten war klar, dass auch im Januar mit einer Öffnung nicht zu rechnen ist. Zu langsam ist und war der Baufortschritt. Seit der Weihnachtspause, die bis 11. Januar andauerte, ist nicht viel passiert. Vereinzelt waren Arbeiter der Baufirma zu sehen. Dann kam eine Woche heftiger Regen, danach eine Woche Winter. Immerhin haben die Bauarbeiter die Schalung für die letzte Stützwand gefertigt und am Dienstag wurde diese betoniert. Albrecht Götz begründet den erneuten Verzug mit „unvorhergesehenen Problemen“ mit der Statik der Stützwände – rechts und links der neuen Brücke. Der Untergrund sei zwar untersucht worden, doch sei das „wie Nadelstiche“. Während des Baus habe man festgestellt, dass der Untergrund zu weich sei. „Die Firma hat Boden ausgetauscht“, sagt Götz. Neue Pläne mussten gemacht und diese von mehreren Instanzen genehmigt werden. Danach seien breitere Fundamente gegossen worden. Das deckt sich mit der Aussage von Bürgermeister Marcus Schaile (CDU) in einer Pressemitteilung. Weiter heißt es darin: „Da die Arbeiten an den Gehwegen und der Straße im Durchgangsbereich der Eisenbahnunterführung erst nach Fertigstellung der Stützwände beginnen können, verschiebt sich der Termin für die Fertigstellung und die endgültige Freigabe für den fließenden Verkehr, abhängig von den Wetterbedingungen der kommenden Wochen, laut Aussage der Deutsche Bahn AG wohl in den April, was für mich und für alle Betroffenen sehr unangenehm und nur schwer nachvollziehbar ist.“ Nun hat Götz mitgeteilt, dass die Stadt die für den Fortgang der Arbeiten benötigte endgültige Ausführungsplanung für die Straße sowie die Geh- und Radwege „erst Mitte Januar“ abgegeben hat. „Das stimmt“, bestätigt Schaile. Doch komme die Bahn immer wieder mit Änderungswünschen. Aus dem Grund sei der endgültige Plan erst Mitte Januar abgegeben worden. Hätte die Bahn bei einer Besprechung im Oktober alle Änderungswünsche geäußert, wäre der Plan längst fertig gewesen. Nach Aussagen von Schaile dauert es 28 Tage, bis die frisch betonierte Stützwand belastbar ist. „Hätten das die Arbeiter vor Weihnachten gemacht, wären wir heute weiter“, sagt Schaile. Damit die neue Straße an den Bahnübergang angeschlossen werden kann, ist laut Götz eine Sperrung der Bahnstrecke Mitte/Ende März notwenig. „Wir werden versuchen das nachts hinzubringen“, kündigt er an. Die Kosten von 2,2 Millionen Euro seien derzeit noch im Rahmen. (wim)

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