Kreis Germersheim Erst bauen, dann fragen?

Gleich mehrere Bauanfragen sowie eine Bauvoranfrage beschäftigten den Ortsgemeinderat von Knittelsheim. Deutliches Missfallen bei allen Ratsmitgliedern erregte dabei die Erweiterung eines Anwesens auf der Hauptstraße um zwei Wohneinheiten sowie der Ausbau der bestehenden Scheune zu einem Hobbyraum. Waren diese Vorhaben doch bereits umgesetzt, ohne dass ein Bauantrag dazu vorlag.
Die Vorgehensweise sei inakzeptabel, so die einhellige Meinung im Rat, der sich dadurch der Möglichkeit der Mitgestaltung und Mitsprache beraubt sieht. Unklar war, wie mit der erforderlichen Anzahl der Stellplätze umgegangen werden soll. Für zwei Stellplätze kann der Nachweis erbracht werden, nötig wären aber drei. Der Planer des Antragstellers verweist in diesem Zusammenhang auf die zu schmale Hofeinfahrt und die Möglichkeit, dass unter bestimmten Voraussetzungen auf den Nachweis verzichtet werden kann. Aus der Mitte des Rates kam daraufhin der Hinweis, dass wohl etliche Anwohner der Hauptstraße ihre Fahrzeuge hinter den jeweiligen Grundstücken abstellen oder auf der Hauptstraße parken, obwohl entsprechende Gelegenheiten in den Höfen vorhanden sind. Mit zehn Jastimmen, vier Enthaltungen und einer Gegenstimme erteilte der Rat letztlich sein Einvernehmen, versah aber die Entscheidung mit dem Zusatz, dass die Ratsmitglieder sich in den kommenden Tagen die Parksituation genauer anschauen wollen, beim Ordnungsamt eine rechtliche Einschätzung vor allem für die im hinteren Bereich abgestellten Autos einzuholen ist und das Thema in der nächsten Sitzung erneut auf die Tagesordnung kommt. Und auch der Antrag auf Errichtung einer neuen Einfriedung für ein Anwesen in der Madenburgstraße sorgte für Diskussionen. Eine kaputte Thuja-Hecke soll nach den Vorstellungen des Antragstellers durch eine elf Meter lange und zwischen 1,80 bis zwei Meter hohe Gabionenwand ersetzt werden. Das wurde mit Hinweis auf den Bebauungsplan und Gleichbehandlung mit ähnlichen Fällen in der Vergangenheit, abgelehnt. Eine Bauvoranfrage gibt es zum Bau eines Wohnhauses in zweiter Reihe in der Ottostraße. Grundsätzlich konnte sich der Rat mit dem Bauen in zweiter Reihe einverstanden erklären, zumal die Verdichtung über kurz oder lang kommen und im Hinblick auf Senkung des Flächenverbrauchs auch gefordert wird. Bei einer Gegenstimme wurde der Bauvoranfrage daher das Einvernehmen erteilt.