Kreis Germersheim Energie und Geld sparen

Energie kostet nicht nur Privathaushalte viel Geld, auch Verwaltungen und Gemeinden.
Energie kostet nicht nur Privathaushalte viel Geld, auch Verwaltungen und Gemeinden.

Wörth ist eine von fünf Modellkommunen im Klimaschutzprojekt „SmartRathaus“ der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Mit digitaler Steuer- und Regeltechnik soll künftig weniger Energie verbraucht und damit das Klima, aber auch die Gemeindekasse geschont werden.

Heizung, Lüftung, Kühlung, Beleuchtung und Infrastruktur verschlingen in öffentlichen Gebäuden viel Energie und damit Geld – so auch in Wörth. Wie in vielen Kommunen ist man deshalb bemüht, den Energiebedarf zu senken. So werden beispielsweise die Heizungen von Schulen und Kindergärten in den Ferien heruntergeregelt oder die Beleuchtung mit Bewegungsmeldern und Hauptschaltern gesteuert. Das alles sei bei so vielen Gebäuden eine „komplexe Geschichte“ und jeder neue Heizzyklus koste viel Energie, wie der Hausmeisterkoordinator Werner Schlosser und Abteilungsleiter Christoph Gröger erklären. Genau hier setzt das Projekt „SmartRathaus“ an, denn „digitale Alternativen erlauben eine viel feinere Steuerung in den Gewerken. Das reduziert den Energiebedarf und erhöht häufig sogar noch den Komfort für die Nutzer“, sagt Steffen Holzmann, Projektleiter Digitalisierung bei der DUH. „Die Nutzer“ sind in diesem Fall die städtischen Mitarbeiter, die mit neuen Systemen letztlich umgehen müssen. Wörth ist als eine von fünf Kommunen in ganz Deutschland (siehe „Zur Sache“) für das Projekt ausgewählt worden, weil schon einiges an Technik vorhanden und damit die Datenlage recht gut sei. „Das Rathaus, die Kita Louise-Scheppler und die Festhalle sind drei Gebäude aus unterschiedlichen Generationen und auf einem ganz anderen technischen Stand“, sagt Bürgermeister Dennis Nitsche (SPD). Die Kita wurde erst dieses Jahr eröffnet und ist bereits mit modernster Haustechnik ausgestattet und die Festhalle, die nach der Sanierung 2007 in Betrieb genommen wurde, verfügt über eine grundlegende Automationstechnik. Hier gehe es vor allem um eine Optimierung. Pilotprojekt soll das Rathaus sein, in dem neue Technologien integriert werden sollen. „Wir möchten im Gebäudebestand konsequent klimagerecht sanieren und die Ergebnisse aus den drei Modellgebäuden in vielen weiteren Liegenschaften anwenden“, sagt Nitsche. Die Hochschule Biberach begleitet das Ganze wissenschaftlich. „Durch das Projekt bekommen wir einen umfassenden Einblick in die kommunale Praxis“, sagt Peter Knoll vom Institut für Gebäude- und Energiesysteme. Ein Ziel sei es, dass auch andere Kommunen sich an den fünf Modellstädten orientieren und dementsprechend nachziehen können.

x