Kreis Germersheim Ein Vorbild für Meister-Turner

Kurt Pfirrmann trainiert noch immer gerne den Nachwuchs.
Kurt Pfirrmann trainiert noch immer gerne den Nachwuchs.

«Wörth». „Bleibe auf dem Stützarm!“ – „Und ziehen!“ oder „Schau auf deine Zehenspitzen!“ Diese Anweisungen gehen von Kurt Pfirrmann im Trainingsbetrieb an seine Schützlinge, die jungen Leistungsturner des TV 03 Wörth. Dieser Kurt Pfirrmann feiert morgen, Sonntag, seinen 80. Geburtstag. Doch noch immer trainiert er mit seinem Sohn Axel dienstags und freitags den sportlichen Nachwuchs.

Seit 1965 besitzt er die Übungsleiter-Lizenz und hat die Prüfberechtigung für Turnen, Leichtathletik und Radfahren. „Bis 2021 läuft diese Lizenz noch und bis dahin möchte ich auch noch der Jugend mein Wissen und meine Erfahrung weitergeben – vorausgesetzt, die Gesundheit spielt mit“, erzählt er im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Momentan fühlt er sich noch fit genug. „Ich kann noch auf den Füßen stehen“, meint er scherzhaft. Von seinen Fähigkeiten sind auch die jungen Turner überzeugt. „Er hat immer noch das große Wissen, das er weitergeben kann. Er sieht grundlegende Dinge, die man falsch macht und korrigiert sofort“, sagt der 14-jährige Adrian Rupp. Der 13-jährige Mika Rubenbauer ergänzt: „Er gibt tolle Tipps, was man verbessern kann.“ Louis Werling (14 Jahre) stellt fest: „Kurt ist sehr engagiert. Er erzählt uns viel aus eigener Erfahrung und gibt immer gute Tipps, die wir im Wettkampf gut umsetzen können.“ Hans Loreit fasst zusammen: „Einfach ein cooler Typ, der uns auch in seinem Alter noch viele brauchbare Ratschläge geben kann.“ Das Turnen ist Pfirrmanns Leidenschaft seit 1950. Mit knapp elf Jahren trat er in den TV Wörth ein, mit dem Mitgliedsausweis Nummer 104. 1953 wurde er mit 14 Jahren Kinderturnwart. 1963 übernahm er von seinem verunglückten Vater das Amt des Oberturnwartes, ehe er zwei Jahre später die Lizenz als Übungsleiter erwarb. Schon 1958 wurde er zum stellvertretenden Leiter der Turnabteilung gewählt, bevor er diese 1998 als Leiter von seinem Schwiegervater Kurt Linn übernahm. Von 1995 bis 2010 war er zweiter Vorsitzender des Gesamtvereins TV Wörth. Als Gauturnwart war er von 1991 bis 1999 außerhalb des Vereins tätig. Pfirrmann hat auch eigene Erfolge zu verzeichnen. So wurde er 1966 Gau-Kunstturnmeister, belegte einen dritten Platz bei Pfalzmeisterschaften und wurde dreimal Gau-Mannschaftsmeister mit der Riege des Speyergaus. Beim ersten Deutschen Turnfest in München war er dabei und kam noch oft zurück. Von ihm betreute Turner gewannen unzählige Gau-, Pfalz- und Rheinland-Pfalz-Meisterschaften im Einzel und in der Mannschaft. Besonders hervorzuheben sind die Deutschen Schülermeisterschaften mit den späteren Bundesliga-Turnern Timo Stucky und Jochen Pfirrmann, die in Oppau, Grünstadt und Heidelberg aktiv waren, ebenso wie die Mehrkampf-Meisterschaften mit dem Titel eines Deutschen Meisters im Jahnzehnkampf von Michael Weber. Neben dem Turnen findet Pfirrmann Entspannung beim Singen im Männerchor, dessen Ehrenmitglied er ist. Vom Pfälzer Sängerbund erhielt er die Silberne Ehrennadel. Auch politisch war er aktiv als Mitglied des Sport- und Jugendausschusses und des Ortsbeirates Wörth von 1984 bis 2004. Für sein Engagement bekam er 2006 die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz sowie die Silberne Ehrenmünze der Stadt Wörth. Zudem kann sich die Turnabteilung keinen besseren Gerätewart als Kurt Pfirrmann vorstellen. Er kontrolliert die Turngeräte, repariert sie, bringt sie auf Vordermann und sorgt für Ordnung in den Abstellräumen in den von den Turnern benutzten Hallen. „Alles das hätte ich nicht bewältigen können, wenn meine Frau Gudrun nicht mitgezogen hätte“, betont Pfirrmann. Sie hatte er natürlich beim Sport kennen gelernt. Auch seine Kinder Axel und Ulrike steckte er mit seiner Leidenschaft an. Sein Sohn folgte ihm als Abteilungsleiter und trainiert die Jugendlichen. Tochter Ulrike ist als stellvertretende Fachwartin Kampfrichterwesen tätig. Auch die Enkel Jule und Jakob ins sportlich aktiv, beim Reiten und Handball.

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