Kreis Germersheim Ein neues „Quartier“ mitten in der Stadt

Bald soll eine Lücke in der Innenstadt mit Leben erfüllt werden: Der ehemalige Aldi-Markt wird abgerissen und rund um das benachbarte Gründerzeitgebäude ein „Quartier am Markt“ hochgezogen. Der Stadtrat hat den vorhabenbezogenen Bebauungsplan noch vor den Wahlen auf den Weg gebracht.
Zwei Investoren wollen zwischen Goethestraße und Marktstraße für mehrere Millionen Euro ein „Quartier“ mit mehreren Gebäuden errichten (wir berichteten). Dort sollen Wohnungen, aber auch Flächen für Dienstleistungen wie eine Notarkanzlei, eine Arztpraxis oder Gewerbe entstehen. Das denkmalgeschützte Gebäude soll sich in das neue Ensemble einfügen. Nach der Beteiligung von Bürgern und Behörden gab es Änderungen im Bebauungsplan, sagte Stadtbürgermeister Günther Tielebörger (SPD). So ist die Firsthöhe der neuen Gebäude neben dem denkmalgeschützten Haus nun an dessen Firsthöhe angepasst. Im Zuge des Lärmschutzes wird es eine Wand geben, auch werden keine Pflastersteine verlegt, sondern eine Asphaltdecke aufgetragen. In der Debatte wurden zwar einige Bedenken geäußert, aber nur die Grünen signalisierten ein ablehnendes Votum. Unter dem Stichwort „Verdichtung“ wies Michael Gaudier, CDU, darauf hin, dass in der Innenstadt durchaus Handlungsbedarf besteht. Er sieht nun auch das Potential für eine Umstrukturierung des Marktplatzes. „Viele, die da eine Wohnung kaufen, wissen nicht was auf sie zukommt - wir aber schon“, sagte Dietmar Kolb (SPD) mit Blick auf die zahlreichen Veranstaltungen auf dem Marktplatz und die entsprechende Verkehrsbelastung. Der Grundgedanke der Nutzung in der Innenstadt sei zwar richtig, sagte Jutta Wegmann. Aber die Grünen-Fraktion störe sich an der „wuchtigen, mächtigen Gesamtmasse“, wegen der das denkmalgeschützte Gebäude „fast verschluckt werde“. Bedenken hinsichtlich der Zuwegung über die Goethestraße äußerte Ludwig Pfanger, Freie Wähler, stimmte aber dennoch dafür. Werner Esser, FDP, erinnerte daran, dass 1967 knapp neben den geplanten Gebäuden ein historischer Steinsarg ausgegraben wurde. „Funde müssen gemeldet werden“, mahnte er. Der Vorschlag der Verwaltung wurde bei drei Gegenstimmen angenommen. Wie beim Bebauungsplan im Stadtkern, wo ein anderer Investor hinter der Verwaltung Wohnhäuser errichten will, gibt es einen Durchführungsvertrag. Die Arbeiten sind in drei Bauabschnitte aufgeteilt. Jeweils vor Beginn muss der Investor der Stadt einen Nachweis über die Finanzierung vorlegen. Auch wurden Zeiträume festgelegt, in denen die Pläne umgesetzt werden müssen. (tnc)