Kreis Germersheim Ein Lift queichaufwärts für Fische

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Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) hat jetzt dem Landkreis Germersheim die Genehmigung erteilt, am Ottersheimer Teilungswehr zwei Fischaufstiegsanlagen (Fischtreppen) zu errichten. Das historische Wehrbauwerk teilt den Spiegelbach von der Queich ab und stellt für die Fische und andere kleine Wasserlebewesen ein Wanderhindernis dar. An der Queich wurde bereits an der Neumühle/Fuchsmühle in der Gemeinde Offenbach die Durchgängigkeit wieder hergestellt, ebenso in der Stadt Germersheim. Im Landkreis Germersheim ist das Ottersheimer Teilungswehr das letzte vorhandene Wanderhindernis in der Queich. „An der Holzmühle (Westheim), der Zeiskamer Mühle sowie an der Ludwigsmühle in Lustadt wurden bereits Fischaufstiegsanlagen gebaut“, erläuterte SGD-Vizepräsident Hannes Kopf (SPD). Das Land Rheinland-Pfalz fördere diese Bauten mit 90 Prozent aus dem Landesprogramm Aktion Blau Plus. Die Aktion Blau wurde bereits 1994 für die Renaturierung von Gewässern ins Leben gerufen und wird mit Geld aus der Landeskasse (sogenannter Wasserpfennig) und der Europäischen Union finanziert. Oberhalb des Ottersheimer Teilungswehrs verlaufen nördlich und südlich der Queich Gräben zur Bewässerung der angrenzenden Wiesen, die ihr Überschusswasser nach Regenfällen in die Umflutungsgräben des Teilungswehrs abgeben. Die Umflutungsgräben dienen im Bewässerungsfall dazu, dass Queich und Spiegelbach nicht trockenfallen. Für den Bau der Fischaufstiegsanlagen werden die vorhandenen Umflutungsgräben genutzt. Beide Fischaufstiegsanlagen sind als naturnahe Raugerinne mit Beckenstruktur geplant. Die Baukosten werden auf rund 262.000 Euro geschätzt. Baubeginn ist laut Kreisverwaltung Ende September, so dass die Treppe noch im Herbst fertig wird. Konsequenzen für die Bewässerung der Queichwiesen werde es durch den Bau der Fischtreppen keine geben. Nach Fertigstellung der Fischtreppen am Ottersheimer Teilungswehr wird in der Queich eine durchgängige Gewässerstrecke von der Mündung bei Germersheim bis zur Neumühle bei Offenbach von etwa 15 Kilometern erreicht sein. „Ein weiterer Baustein im Gesamtkonzept zur Wiederherstellung der Längsdurchgängigkeit der Queich und des Spiegelbachs kann nun realisiert werden“, so der SGD-Vizepräsident. Der Lachs wäre zwar der König der Fische, der von einer durchgängigen Queich profitieren könnte. Doch bevor die Forellen und Lachse kommen, sind es zunächst Fischarten wie Döbel, Groppe, Schmerle und Schneider, die von den Fischaufstiegsanlagen profitieren. | rhp/tom

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