Kreis Germersheim Dorfladen stärkt das Zusammenleben
„Wir haben hier sogar das Bier von Augustiner“, erzählt Andreas Riedel, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Freckenfelder Dorfladens und lacht. Die Geschichte des Dorfladens ist schnell erzählt: Die Mehrheit der Bevölkerung wünschte sich eine Einkaufsmöglichkeit im Dorf, diesem Wunsch sei man nachgekommen.
Der Dorfladen ist ein wirtschaftlicher Verein. Der Gemeinde entstünden durch den Dorfladen keine Kosten, sagt Riedel. Sie erhalte sogar Mieteinnahmen durch den Verein und man schaffe Arbeitsplätze im Dorf. Im Moment beschäftigt der Verein zwei Mitarbeiter in Vollzeit und 3 Mitarbeiter auf 450 Euro Basis. Ohne das Engagement der Ehrenamtlichen könnte sich das Projekt aber kaum über Wasser halten, berichten Riedel und Rainer Knittel. Diese leisten in etwa genauso viele Stunden wie die Angestellten. Für ihr Engagement wurden die Ehrenamtlichen mit dem „Sonderpreis der Ministerpräsidentin“ ausgezeichnet. Seit der Eröffnung des Dorfladens hat sich einiges getan. So werden inzwischen regelmäßig Veranstaltungen angeboten, darunter zur Fußball-WM ein Public Viewing oder Konzerte. „Das Konzert mit der Band HeggMac war einer der schönsten Abende für mich hier in Freckenfeld“, erzählt der Freckenfelder Knittel. Auch habe sich der Laden gut entwickelt: „Es sind nicht, wie zunächst von vielen angenommen, nur ältere Menschen zum Einkaufen gekommen, die nicht mehr mobil sind, sondern auch viele jüngere Menschen, die die Einkaufsmöglichkeit im Dorf zu schätzen wissen.“ Man habe das Sortiment so ausgelegt, dass man alles anbieten könne und für jeden etwas dabei sei. „Wir haben zum Beispiel mitgeteilt bekommen, dass unsere Kunden auch Interesse an Bioartikeln, veganen Produkten und Lebensmittel ohne Gluten haben. Diesem Wunsch sind wir nachgekommen und haben die Produkte mit in unser Sortiment übernommen“, so Knittel. Getränke, die für ein Familienfest bestimmt sind, können im Dorfladen auch auf Kommission gekauft werden. „Was dann nicht gebraucht wurde, wird flaschengenau wieder zurückgenommen.“ Angeboten werden auch viele Produkte aus der Region, wie zum Beispiel das Obst, die Fleisch- und Wurstwaren und der Wein. Die Freckenfelderin Theresia Hohl erzählt: „Ich brauche kein Auto zum Einkaufen und bekomme alles was ich zum Leben brauche.“ Hohl weiter: „Außerdem wird man auch mal älter, da bin ich dann froh, wenn ich nicht auswärts einkaufen gehen muss. „Der Dorfladen ist für Freckenfeld unverzichtbar geworden“, erzählt Eckhard Glockner. Besonders freue ihn, dass man hier auch die Stuttgarter Zeitung kaufen könne, vorher hätte er dafür immer nach Bad Bergzabern fahren müssen. In seinem Alter müsse man schauen, wer aus der Heimat schon alles gestorben sei und wer noch lebe. Er bemängle jedoch, dass der Dorfladen – anders als in anderen Orten – keinen Mieterlass bekäme. Zum Service des Dorfladens gehört auch, dass Getränke an die älteren Menschen geliefert werden, die nicht mehr mit dem Auto kommen können. „Das rechnen wir nicht ab, das macht man halt einfach so – für das Zusammenleben im Dorf“, so Knittel.