Kreis Germersheim Der Radsport ist sein Leben

Gerhard Kern.
Gerhard Kern.

«RÜLZHEIM.» Der Radsport ist sein Leben. Treffender kann das Leben von Gerhard Kern nicht bezeichnet werden. Heute feiert er seinen 90. Geburtstag.

Die Liebe zum Radsport wurde Kern quasi in die Wiege gelegt, denn bereits sein Vater Valentin war ein begeisterter Radsportfan. 1920 war er einer der Gründer des „Radsportvereins Richthofen“, wie sich der heutige Radsportverein (TSV) damals nannte. Valentin Kern nahm seinen am 16. März 1929 geborenen Sohn Gerhard schon bald zu den großen Radrennen der Umgebung mit. Mit zehn Jahren stand Gerhard beispielsweise auf der Rheinbrücke bei Wörth und jubelte den vorbeifahrenden Radrennern der Deutschland-Rundfahrt zu. Seinen Traum, eine weiterführende Schule zu besuchen und dann Historiker für Sport und Neuere Geschichte zu werden, erfüllte sich leider nicht. „Die Zeit war damals noch nicht reif für einen Jungen aus dem Dorf“, trauert er heute noch seinem Berufswunsch nach. Dafür hat er diesen zu seinem Hobby gemacht. Kern ist ein lebendes Lexikon, was Geschichtsdaten, besonders die von sportlichen Ereignissen wie Olympischen Spielen und den Radsport anbetrifft. Auch hat er sämtliche Ausgaben des Kicker und der französischen Sportzeitung „L’Equipe“ gesammelt. Aber auch zahlreiche Sammelbände zu historischen Ereignissen sind in seinem Bücherschrank zu finden. Als im Jahr 1949 der RSV Rülzheim wieder gegründet wurde, war Gerhard Kern auch gleich wieder mit dabei. Er war „nur einfaches Mitglied“, Radrennen fuhr er nie. Aber Zuschauer am Straßenrand war sehr oft. So war er seit 1950 15 Mal als Zuschauer bei der Tour de France, die ihm auch heute noch sehr am Herzen liegt und von der er sämtliche Daten parat hat. Im Jahr 1967 wurde Kern zum ersten Mal zum Vorsitzenden des RSV gewählt. Da sich zunächst kein Nachfolger für den zurückgetretenen Vorsitzenden gefunden hatte, wurde er quasi „ins Amt gedrängt“. Zwei Jahre später gab er dieses Amt wieder ab, übernahm es dann aber 1977 noch einmal für weitere drei Jahre. Seit 1972 war er aktiver Wanderfahrer und legte dabei mindestens 1000 Kilometer jährlich zurück, meist allein. So sind im Laufe der kommenden Jahre rund 70.000 Kilometer zusammengekommen, die er akribisch nachweisen kann. Heute muss das Rennrad aus gesundheitlichen Gründen allerdings in der Garage stehen bleiben. Kern ist Mitglied der Ehrengilde des Bundes Deutscher Radfahrer, in die er wegen seiner Verdienste um den Radsport aufgenommen wurde. Sein Radsportverein hat ihn zum Ehrenmitglied ernannt. Zudem ist er passives Mitglied bei mehreren Rülzheimer Vereinen. Gerhard Kern ist seit 1955 mit seiner Frau Olga verheiratet und hat zwei Kinder.

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