Kreis Germersheim Der Berg ruft – Juuuuliiaaan

Will hoch hinaus: Julian Fremgen.
Will hoch hinaus: Julian Fremgen.

«Knittelsheim.» Bereits mit zwei Jahren stand Julian Fremgen auf den Ski und entdeckte dann schnell die Liebe zum Gebirge. So kam er auch zu seinem Traumberuf Seilbahntechniker. Im Sommer beginnt er dafür die Ausbildung bei den Ötztaler Gletscherbahnen in Sölden.

Wenn Julian Fremgen von seinem zukünftigen Beruf und seinen Aufgaben spricht, spürt man sofort, wie sehr er davon begeistert ist. Dabei handelt es sich aber nicht um jugendlichen Leichtsinn oder einfache Euphorie – der 17-Jährige hat großes Vorwissen und sich schon lange mit seinem Traumberuf auseinandergesetzt. So schaute er sich als 8-jähriger Skifahrer schon genauer die Technik der Seilbahnen an, sprach mit 13 Jahren direkt Pistenraupenfahrer an und war auch schon bei Wartungsarbeiten der Gletscherbahnen dabei. Im März diesen Jahres fragte sich der Schüler der IGS in Rülzheim, warum er denn überhaupt noch zu Schule geht. „Ich wusste, was ich werden will, also warum sollte ich länger die Zeit absitzen“, erzählt der Zwölftklässler. So bewarb er sich bei mehreren Gletscherbahnen. Nach einem Vorstellungsgespräch, bei dem er seine zukünftigen Vorgesetzten vor allen Dingen mit seinem enormen Vorwissen überzeugte, bekam er dann aus Sölden eine Zusage. „Es gab sehr viele Bewerber um die Ausbildung und da ich aus Deutschland bin, waren sie erst skeptisch – aber ich habe es jetzt doch geschafft“, berichtet Julian strahlend. Die europaweit einzige Berufsschule für Seilbahntechniker befindet sich in Hallein, während er dort Unterricht hat, wird er in einem Wohnheim für Auszubildende wohnen. In der anderen Zeit bezieht der Hobbysaxofonist eine Wohnung direkt gegenüber der Verwaltung der Gletscherbahn, sodass sein Arbeitsweg kaum Zeit in Anspruch nimmt. „Wenn ich morgens aufwache, nach draußen schaue und es 20 Grad minus sind, werde ich mich schon fragen, wieso ich mir das antue“, spaßt der bald Söldener. Nach seiner Ausbildung würde Julian Fremgen gerne bei seinem Betrieb bleiben, da sie eine Übernahme garantieren, stehen seine Chancen auch sehr gut. „Ich möchte allerdings nicht auf einem Level stehen bleiben, sondern im Laufe der Zeit eine höhere Position im Betrieb einnehmen.“ Dank seinem Fachabitur, mit dem der noch Schüler im Sommer die Schule abschließt, könnte er im Anschluss an die Ausbildung ein Studium absolvieren. Aber auch andere Weiterbildungsmöglichkeiten seien für den Jugendlichen heute denkbar. Seine Freunde sehen den eingeschlagenen Weg mit unterschiedlichen Augen: Die einen freuen sich riesig für ihn und feiern seine Entscheidung, während ihn andere eher als ein wenig verrückt bezeichnen. Viele wollen ihn im Skiurlaub besuchen! Den Ausbildungsberuf gibt es erst seit 2009, weil die Technik der Seilbahnen immer komplizierter wird, sodass sie nicht von Leihen bedient werden kann. Julian Fremgen freut sich schon jetzt auf seinen vielseitigen Beruf, für den er in der Ausbildung nicht nur im Bereich der Elektrotechnik und Mechanik theoretisches Wissen vermittelt bekommt, sondern auch handwerkliches Können wie Schweißen erlernt. Und während er im Sommer dann noch bei den Wartungsarbeiten der Bahnen helfen wird, steht seine erste Bahnbetriebssaison schon in den Startlöchern.

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