Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Bundes-SPD als Vorbild: Doppelspitze für Kreis?

Der Vorstand der Germersheimer Kreis-SPD kann sich eine Doppelspitze wie im Bund (Foto, Eskens und Walter-Borjans) vorstellen.
Der Vorstand der Germersheimer Kreis-SPD kann sich eine Doppelspitze wie im Bund (Foto, Eskens und Walter-Borjans) vorstellen.

Der Vorstand des SPD-Kreisverbandes Germersheim hat sich für eine modernere Satzung entschieden. Wenn die Mitgliederversammlung es will, könnte im Spätjahr auch eine Doppelspitze wie im Bund zum Zuge kommen.

„Endlich wieder Präsenzsitzung“, nannte SPD-Kreisvorsitzender Felix Werling (Leimersheim) einen der wichtigsten Punkte des Vorstandstreffens der Kreis-SPD am Donnerstagabend. Die erste halbe Stunde sei schon dafür gebraucht worden, um untereinander mal wieder persönlich ein paar Worte wechseln zu können. Trotz all der Videokonferenzmöglichkeiten: „Sich direkt zu treffen und zu unterhalten ist nicht zu ersetzen“, so Werling.

Weit mehr Zeit als der Small Talk brauchte die Tagesordnung, denn dort ginge es um Grundsätzliches. Der Kreisvorstand möchte gerne Satzungsänderungen. „Unsere Satzung stammt aus dem Jahr 1991“, sagte Werling im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Da sei eine Modernisierung dringend geboten gewesen. Deshalb soll unter anderem die Nutzung der elektronischen Medien (E-Mail) für die Kommunikation mit den Mitgliedern und vor allem die Einladung zu Versammlungen möglich gemacht werden. Das war 1991 noch weit weg.

Satzung soll Doppelspitze ermöglichen

Wichtigster Grund für die Satzungsänderung sind aber mögliche personelle Veränderungen im Kreisvorstand. Der besteht normalerweise aus 13 Personen, muss aber im Moment zu zehnt auskommen. Die ehemalige stellvertretende Vorsitzende Carolin Eichhorn (Westheim) ist schon länger weggezogen, Schriftführer Stephan Seither (Germersheim) hat sein Amt aus privaten Gründen niedergelegt und Beisitzerin Aicha Akermi (Lingenfeld) hat ebenfalls aufgehört. „Wir haben im Vorstand beschlossen, bis zur Neuwahl im November (sofern Corona es zulässt) mit dem verbliebenen Personenkreis weiterzuarbeiten. Das ist laut Satzung möglich“, so Werling.

Außer auf den Positionen der drei Zurückgetretenen wird es im November weitere zumindest formale Veränderungen geben. Wenn die Versammlung dem Vorschlag des Vorstandes folgt, und die neue Satzung mit der Möglichkeit einer Doppelspitze beschließt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch gleich eine Doppelspitze nach dem Vorbild der Bundes-SPD gewählt wird. Er könne sich das jedenfalls vorstellen, sagte Werling, zumal er selbst nicht mehr für den Vorsitz als Einzelperson kandidieren werde: „Die Zeitressourcen sind zu knapp“, begründet er den Wunsch nach Verstärkung an der Spitze. Werling ist auch ehrenamtlicher Beigeordneter der Verbandsgemeinde Rülzheim sowie Mitglied im Ortsgemeinderat Leimersheim und im Verbandsgemeinderat Rülzheim. Beruflich ist Werling zurzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter des SPD-Bundestagsabgeordneten Thomas Hitschler.

Persönliche Begegnung der Genossen

Womit im Gespräch der Bogen geschlagen ist zum Thema Bundestagswahl am 26. September. Die Kreis-SPD werde selbstverständlich Hitschlers (und Scholz’) Wahlkampf im Wahlkreis Südpfalz unterstützen. Das werde klassisch, aber auch über elektronische Medien geschehen. Der Vorstand habe aktuell beschlossen, den Gemeindeverbänden, die das wünschen, bei der Gestaltung und Aktualisierung ihrer Internetseiten zu helfen.

Und, ganz wichtig für Werling, die persönliche Begegnung innerhalb der Kreis-SPD soll nach Möglichkeit wieder in den Vordergrund rücken. „Wenn es die Corona-Situation zulässt, wollen wir ein Sommerfest für alle Mitglieder feiern“, zitiert er einen Beschluss der Vorstandssitzung.

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