Bellheim
Brummis sollen Umgehungsstraße nutzen
Das Lkw-Durchfahrtsverbot soll bei der Kreisverwaltung beantragt werden. Ausgenommen sein soll Anliegerverkehr. Darüber informierte Bürgermeister Paul Gärtner (FWG) auf Anfrage. Demnach soll zunächst versucht werden, das Ganze mit Schildern zu regeln, die unter anderem am geplanten neuen Kreisel Ost am Ortseingang aus Richtung Hördt aufgestellt werden sollen. Von dort sollen die Lastwagen auf die Südumgehung und über den Kreisel an der Rülzheimer Straße unter anderem zur Kardex in der Bahnhofstraße geleitet werden. Aufgrund der Erweiterungspläne des Unternehmens am Standort sei künftig mit bis zu 100 Lkw täglich zu rechnen.
Einer Sperrung für den Schwerlastverkehr in dem Abschnitt über den die Landesstraßen 509 und 540 führen – also die Hauptstraße zwischen den Einmündungen Rülzheimer- und Große Kirchstraße – wird nach Auskunft des Landesbetriebs Mobilität (LBM) nicht zugestimmt, heißt es in der Sitzungsvorlage. Für den Rest indes sei vorab Zustimmung signalisiert worden.
Kardex an Südumgehung anbinden
Dabei verwies Gärtner auf ein Gespräch mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) am Dienstagmorgen, wo erneut über einen direkten Anschluss der Kardex an die Südumgehung gesprochen wurde. Der LBM habe Gesprächsbereitschaft gezeigt. So gebe es die Option, vom Kreisel Rülzheimer Straße, den Verkehr über einen vorhandenen Wirtschaftsweg entlang der Südumgehung in Richtung B9 zu führen, der an der Rückseite des Werksgeländes mündet. Doch das sei Zukunftsmusik. Und die Kardex müsste sich an den Kosten beteiligen.
Darüber hinaus sei vom Rat beschlossen worden, einen Verkehrsplaner zu beauftragen. Der soll prüfen, ob sich für Lastwagen, die über die Hauptstraße aus Richtung B9 kommen und zur Kardex abbiegen wollen, die Einfahrt in die Bahnhofstraße verbreitern lässt. Denn die Zufahrt der Lkw zur Kardex stellt laut Sitzungsvorlage hier ein großes Problem dar. Hintergrund sei ein Schreiben des Eisenbahnbundesamtes vom November vergangenen Jahres. Bei einer Abnahmeprüfung sei festgestellt worden, dass haltende Lkw oder Busse gelegentlich einen Rückstau auf dem auslösen. Hier müsse dringend Abhilfe geschaffen werden. Denn der Bahnübergang in der Hauptstraße besitze keine sogenannte Gefahrraumfreimeldung. Folglich würden ihn Zugführer mit einer Geschwindigkeit von bis zu 120 Stundenkilometer passieren. Unfälle hätten sich allerdings noch keine ereignet.
Ampel am Bahnübergang geplant
Trotzdem wurde nach Vor-Ort-Terminen mit Vertretern unter anderem von Verwaltung, Bahn, Polizei und Kardex das Linksabbiegen in die Bahnhofstraße per Verkehrszeichen für Lkw kurzfristig eingeschränkt, heißt es in der Sitzungsvorlage. Dies habe aber zur Folge, dass aus Richtung Hördt kommende Lkw in den Ort geleitet werden. Eine anschließende innerörtliche Beschilderung zur Kardex ist laut Sitzungsvorlage derzeit nicht vorhanden. Das Eisenbahnbundesamt habe vorgeschlagen, gegebenenfalls eine zusätzliche Ampelanlage am Bahnübergang einzurichten, was die Vertreter der Deutschen Bahn aber abgelehnt hätten. Grund: Planung und Umsetzung einer solchen Anlage könne erst in mehreren Jahren realisiert werden. Obwohl es bisher noch keine Unfälle aufgrund haltender Fahrzeuge auf dem Bahnübergang verzeichnet worden. Dennoch besteht das Eisenbahnbundesamt der Sitzungsvorlage zufolge darauf, die Gefahrensituation bald zu beseitigen.