Kreis Germersheim Biologische Vielfalt soll gefördert werden

Die Gemeinde Westheim beabsichtigt, sogenannte „Eh-da-Flächen“ auszuweisen. Wie berichtet, hat der Ortsgemeinderat auf Antrag der FWG bereits im September beschlossen, diesbezüglich eine Arbeitsgruppe zu gründen. Bei der jüngsten Ratssitzung teilte der zuständige Beigeordnete Stefan Leinenbach (FWG) mit, dass in der zweiten Januarhälfte der Startschuss für das Projekt fallen soll.
Als „Eh-da-Flächen“ werden Freiflächen bezeichnet, die „eh’ da“, also schon vorhanden sind, aber derzeit nicht genutzt werden. Künftig sollen diese Freiflächen genutzt werden, um die biologische Vielfalt zu fördern. Sie sollen also dem Natur- und Artenschutz dienen, dem Rückgang und Verschwinden von Tierarten, vor allem von Insekten, in der heimischen Kulturlandschaft entgegenwirken. Laut Leinenbach können sich auch Privatpersonen am Projekt beteiligen. Ziel sei unter anderem, möglichst viel Blütenbestand über das ganze Jahr hinweg zu erhalten, damit Wildbienen Futter fänden und ihrer Bestäubungsleistung nachkommen könnten. Positiv aus Sicht von Leinenbach: Dass die Gemeinde relativ wenig investieren muss und dennoch unheimlich viel für Umwelt und Natur tun kann: „Die Maßnahmen kosten uns unter Umständen gar nichts, werden sogar gefördert“, betonte er. Ebenfalls positiv: Die RLP Agroscience GmbH, zu der das Institut für Agrarökologie gehört, will die Gemeinde Westheim unterstützen und betreuen. Jetzt gehe es darum, einige gemeindeeigene Flächen zu nennen, sagte Leinenbach. Eine Startveranstaltung für das Projekt kündigte er für die zweite Januarhälfte an: Daran sollen auch Vertreter der Umweltbehörde und der Landwirtschaft teilnehmen. In jeder Ratsfraktion soll es zudem künftig einen Ansprechpartner geben. Leinenbach betonte, dass das Vorhaben kein Konkurrenzprodukt zu anderen Naturschutzmaßnahmen sein, sondern ergänzend wirken solle. Der Ortsbeigeordnete bezeichnete das Projekt als „spannende und gute Geschichte für Umwelt, Natur und Westheim, die uns über die Grenzen hinaus bekannt machen wird“. Und er ergänzte stolz: „Wir sind meines Wissens die erste Gemeinde im Landkreis Germersheim, die solch ein Projekt durchführen möchte.“ Aufträge mit einem Volumen von 14.322 Euro haben der Gemeinderat Westheim bei der jüngsten Sitzung und Ortsbürgermeisterin Inge Volz (SPD) per Eilentscheidung im Vorfeld der Sitzung vergeben: Die Regionalstelle Wasserwirtschaft bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd hat hinsichtlich des Neubaugebiets „Obere Heide II“ reklamiert, dass die Gemeinde den Naturschutzauflagen noch nicht vollständig nachgekommen ist. Ein Grünstreifen muss noch bepflanzt werden. Kosten: 8742 Euro. Für die Brücken in der Schlossgasse und in der Raiffeisenstraße müssen Bauwerksbücher erstellt werden. Kosten: 3438 Euro. Dringende Baumpflegearbeiten haben zudem Kosten von 2142 Euro verursacht. (nti)