Kreis Germersheim Bellheim erweitert Gewerbegebiet nach Norden

Das Gewerbegebiet Nord/Ost V in Bellheim soll entwickelt werden. Der Planentwurf dafür geht nun in die frühzeitige Offenlage. Das beschloss der Ortsgemeinderat am Donnerstagabend.
Das rechts und links von Ölstraße und L 538 begrenzte Areal erstreckt sich von der Bebauungsgrenze bis an den Waldrand (Tanklager) in Richtung Westheim. Eine in einem Schutzstreifen verlaufende Pipeline trennt es in eine große und eine kleine Fläche. Auf der größeren Fläche könnte sich zum Beispiel ein Logistiker ansiedeln, hieß es im Rat; auf der anderen Fläche soll Kleingewerbe mit jeweils maximal zwei Wohnungen für die Geschäftsleute möglich sein. Nicht zugelassen sind unter anderem Vergnügungsstätten, Kultur, Gesundheit und Soziales. Die Gebäude dürfen bis zu 14/16 Meter hoch werden. Der eingefriedete Holzlagerplatz am Waldrand im Norden soll über eine von Süden kommende Verbindung ans Straßennetz angeschlossen werden; zudem ist an der L 538 in Waldnähe ein Kreisel geplant, über den man das Gewerbegebiet anfahren können soll. Ob sich die von der CDU-Fraktion geforderte zusätzliche Anbindung des Gewerbegebiets an die zur B 9 führende Ölstraße realisieren lässt, ist noch unklar. Ziel sei es, das jenseits der L 538 gelegene Wohngebiet vor dem zu erwartenden zusätzlichen Verkehrsaufkommen zu schützen, sagte CDU-Fraktionssprecher Hermann Josef Schwab. Unklar ist auch, wie sich die Kosten für die Sanierung des gemeindeeigenen Anwesens Hauptstraße 125 entwickeln. Ortsbürgermeister Paul Gärtner (Wählergruppe Adam) teilte mit, dass sich der bisherige Architekt von dem Projekt zurückgezogen hat. Bei der Übergabe sei unter anderem festgestellt worden, dass der erforderliche Brandschutz nicht eingeplant war. Das ursprünglich mit 200.000 Euro kalkulierte Vorhaben liege derzeit bei 340.000 Euro, möglicherweise kämen aber noch einmal rund 100.000 Euro hinzu. Doch das sei derzeit alles noch vage. Der Rat hat deshalb am Donnerstag die Bellheimer Architektin Monika Mohr-Neumeister beauftragt bis zur nächsten Ratssitzung, die Anfang Januar stattfinden soll, eine genaue Kostenaufstellung vorzulegen. Es bestehe Zeitdruck, weil der Mieter, das Pfalzklinikum, laut Vertrag schon Anfang kommenden Jahres einziehen soll. Sollte man zu sehr in Verzug geraten, drohen laut Gärtner Regressforderungen. Da die Miete auf Basis der Kostenkalkulation von 200.000 Euro berechnet worden sei, könnte das ein Zuschussgeschäft für die Gemeinde werden. Geld fließt in die Gemeindekasse dagegen von ganz anderer Seite. Gärtner sagte, dass die Versicherung den Brandschaden am Sägewerk Mittelmühle übernehme und dafür 106.000 Euro bezahle. Zur Erinnerung: Am 21. April 2013 hatte ein Unbekannter das Sägewerk in Brand gesetzt. Viel von der dreijährigen Arbeit ehrenamtlicher Helfer des Kulturvereins fiel den Flammen zum Opfer. Der Kulturverein machte sich, unterstützt von Handwerkern, erneut an die Arbeit. Nach einem Jahr konnte wieder ein Schanzen- und Mühlenfest stattfinden. Inzwischen ist das Kulturzentrum weitgehend fertig und es finden Veranstaltungen darin statt. (gs)