Bellheim RHEINPFALZ Plus Artikel Bau der Südumgehung kommt gut voran

Wegen des Baus der Brücke (obere) über die Gleise musste der Bahnverkehr für Nachtarbeiten wiederholt gesperrt werden. Im Hinter
Wegen des Baus der Brücke (obere) über die Gleise musste der Bahnverkehr für Nachtarbeiten wiederholt gesperrt werden. Im Hintergrund ist das Kardex-Werk zu sehen.

Wenn man sich das Landschaftsbild in Bellheims Süden anschaut, könnte man meinen, das zweite Teilstück der Südumgehung zwischen dem Kreisel auf der Rülzheimer Straße und B 9 könnte bald fertig sein. Gar nicht so falsch der Eindruck, wie sich im Gespräch mit Vertretern des Landesbetriebs Mobilität herausstellt.

Nach umfangreichen Erdbewegungen in den vergangenen Wochen und Monaten liegt die unasphaltierte Trasse eingegraben in der gleißenden Sonne, die an diesem Tag von einem strahlend blauen Himmel herunter brennt. Es ist heiß und staubig. Von der im Bau befindlichen Straßenbrücke über die Bahngleise hat man einen guten Blick. Das Betreten ist nur mit Erlaubnis zulässig. Die haben Elmar Goerz, Leiter Projektmanagement Neubau, und Bauleiter Jürgen Buschlinger erteilt; beide sind vom Landesbetrieb Mobilität (LBM), Speyer, beziehungsweise dessen Außenstellen in Bad Bergzabern und Landau. Sie berichten, was noch ansteht, bis die Südumgehung in etwa einem Jahr fertig sein wird.

Anspruchsvoller Brückenbau

Aktuell wird kräftig an der Brücke über die Bahnschienen gewerkelt. Goerz und Buschlinger erklären, dass der Brückenbau die Königsdisziplin im Straßenbau ist – weil so anspruchsvoll. Zudem seien viele Abstimmungen unter anderem mit der Bahn erforderlich, weil es immer wieder Streckensperrungen gibt für nächtliche Arbeiten an der Brücke. Diese ruht auf vier Stützen, auf denen dreimal fünf Betonstreben liegen, die an den Stoßstellen mit Beton miteinander verbunden sind und auf denen nun die Fahrbahn entsteht. Die Tragkonstruktion wiederum ruht auf zwölf Lagern, Stahlkonstruktionen, etwa so groß wie ein großer Kaffeebecher, mit eingelagerten Neoprenkissen. Diese sollen, jeweils am Anfang und Ende der Brücke montiert, später deren vom Verkehr ausgelöste Schwingungen ausgleichen. Der Autofahrer nimmt diese Technik später nur als „klack-klack“ wahr, wenn er auf die Brücke auffährt und wieder herunter.

Auf der Brücke zu sehen ist am Anfang und Ende je eine Dehnfuge zwischen dem Widerlager und der eigentlichen Brücke. Je zwei Metallschienen, deren Zacken in die jeweils andere hineinragen. Auch das Brückengeländer ist so konstruiert, dass es Längsbewegungen der Brücke mitmachen kann. Laut Goerz und Buschlinger liegen die Arbeiten voll im Zeitplan: Im Oktober soll das Bauwerk fertig sein. Seine Lebenszeit geben die beiden Fachleute mit 80 bis 100 Jahren an; vorausgesetzt es wird regelmäßig gewartet und gegebenenfalls repariert. Auf den aktuellen Baustoffmangel angesprochen, sagt Goerz, dass der LBM den durchaus spüre, zwar nicht bei der Südumgehung, dafür auf anderen Baustellen, die man betreut.

Feldweg Teil des Radwegs Schifferstadt-Wörth

Wenige 100 Meter entfernt steht in Sichtweite der B 9 eine die Südumgehungstrasse überspannende weitgehend fertige Brücke für den landwirtschaftlichen Verkehr. Zudem, so Buschlinger, ist sie Teil eines Radwegs, der Pendlerroute Schifferstadt-Wörth. Von dieser Brücke aus kann man sehen, dass die Auffahrt auf die B 9 in Richtung Wörth schon trassiert ist und unter einer Brücke hindurchführt, welche die Bundesstraße überspannt. Anfangs habe es Bedenken gegeben, ob die Brücke für die Einfädelspur ausreichend breit ist. Aber es habe gerade so gereicht, sagt Goerz. Nach seinen Angaben soll dieser Anschluss Anfang kommenden Jahres fertig und die Südumgehung vom Kreisel an der Rülzheimer Straße kommend, befahrbar sein.

Arbeiten, die bis Juni/Juli 2022 dauern sollen, betreffen die Anbindung der B 9 an die Südumgehung im Norden. Dafür wird neben der Verbindungsstraße von Bellheim nach Hördt ein Kreisel gebaut. Erste Erdarbeiten haben begonnen. Voraussichtlich im Oktober soll es dann richtig losgehen. Zuvor gelte es aber noch einige Abstimmungsgespräche mit verschiedenen Behörden zu führen, erklärt Goerz. Für die Arbeiten werde die Verbindungsstraße wohl für längere Zeit gesperrt.

Kosten im Plan

Mit den Arbeiten sei man dem Zeitplan um etwa ein halbes Jahr voraus. Ursprünglich war die Fertigstellung der Südumgehung für 2023 in Aussicht gestellt worden. Bei den Kosten hingegen sei man im Plan, sagt Goerz. Er zeigt sich optimistisch, die kalkulierten Baukosten von 14,9 Millionen Euro für die insgesamt 4,2 Kilometer lange Südumgehung einhalten zu können. Hinzu komme noch ein hoher sechsstelliger Betrag für den Grunderwerb. Der erste Abschnitt zwischen Kreisel Rülzheimer Straße und Ortsausgang in Richtung Knittelsheim wurde schon Ende Dezember für den Verkehr freigegeben. Der offizielle erste Spatenstich für die Umgehung erfolgte übrigens Mitte August 2018.

Laut Goerz steht noch eine Unternehmensflurbereinigung an, mit deren Hilfe Grundstücke und Wege neu geordnet würden. Im Gegensatz zu einer normalen Flurbereinigung, deren Kosten die Grundstückseigentümer zahlen müssten, zahle hier das Land. Quasi als Belohnung dafür, dass es die für den Straßenbau nötigen Grundstücke kaufen konnte.

Um nach der Abfahrt Bellheim Süd/Hördt auf die Südumgehung fahren zu können beziehungsweise umgekehrt auf die B 9 in Richtung Ge
Um nach der Abfahrt Bellheim Süd/Hördt auf die Südumgehung fahren zu können beziehungsweise umgekehrt auf die B 9 in Richtung Germersheim wird neben der Verbindungsstraße ein Kreisel gebaut. Am oberen Bildrand sieht man die Auffahrt auf die B 9 in Richtung Wörth.
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