Gegenüber
Als Polizist selbst in Notlage gewesen
Seit September 2003 ist Gregor Dörzapf „der richtige Mann an der richtigen Stelle“. Denn so stellte ihn einst Heinrich Schuster, damaliger Chef der Polizeiinspektion Germersheim, als neuen Bezirksbeamten für die Verbandsgemeinde (VG) Bellheim vor. Damit ist der Ottersheimer der am längsten gediente Bezirksbeamte der Inspektion.
Als Bezirksbeamter hatte Dörzapf früher ein Büro in der Verbandsgemeindeverwaltung und eine Sprechstunde. „So hatte ich viel Kontakt und ging nach der Sprechstunde eine Runde durch den Park“, erinnert sich Dörzapf. Und dort kam er immer mit vielen Schülern und Jugendlichen ins Gespräch, die sich dort oder an den Bushaltestellen aufhielten. Er habe nie Probleme gehabt, es sei später bei Streitigkeiten nie zu Widerständen gekommen, weil man „sich kannte und sich vertraute“.
Damals gab es in Bellheim auf der Hauptschule und Realschule rund 1000 Schüler. Das sei heute ja nicht mehr so. Auch habe er kein Büro mehr in Bellheim, weil im Handyzeitalter „die Leute anrufen, wenn sie etwas wollen“, sagt Dörzapf. Bei seiner Arbeit als Bezirksbeamter sei es wichtig gewesen, ehrlich zu sein: „Du darfst niemanden reinlegen.“ Durch so viele Kontakte könne er nicht einfach mal schnell in einen Markt einkaufen gehen, ohne angesprochen zu werden, denn irgendwie kennt er nach 19 Jahren als Polizist für die VG jeden, kennt deren Geschichten und Nöte.
Eine Not hat Gregor Dörzapf selbst einmal erlebt, als er mit seiner Frau auf der Flucht vor einem Waldbrand in Italien Kleider, Schmuck, Wohnwagen und Auto verloren hatte. Doch bereits ein Jahr später waren sie auf dem Campingplatz von Peschici wieder in Urlaub, auch „wenn alles nicht mehr so war wie vor dem Brand“. Deshalb seien sie auch nur zwei Jahre lang noch dorthin gefahren. Danach hätten sie alles, was sie sich neu angeschafft hatten, wieder verkauft. Nun überlegt er in seinem Ruhestand wieder einen Wohnwagen anzuschaffen, für die ganze Familie, für seine beiden Kinder und deren Nachwuchs.
Ersetzt als Bezirksbeamter wird Gregor Dörzapf von zwei erfahrenen Kolleginnen, die sich um die rund 250 Vorgänge pro Jahr kümmern müssen. Und er glaubt, dass ihm die Arbeit fehlen wird, die Arbeit als Ansprechpartner für die Menschen. Gleichzeitig weiß er, dass er noch viele „kleine Schwätzchen“ führen wird, auch nach seinem Ausscheiden bei der Polizei.