Kreis Bad Duerkheim Weder Biber noch Ratte

Zugegeben, da sind Ähnlichkeiten. Dicker, kurzer Hals, kleine Ohren, kurze Schnauze und orangefarbene Nagezähne – das haben Nutrias mit uns Bibern gemeinsam. Tatsächlich wird das Nutria auch „Biberratte“ genannt und manchmal sogar mit einem Biber verwechselt. Noch dazu können Nutrias sehr gut schwimmen. An den Hinterpfoten haben sie Schwimmhäute – wie Biber auch. Aber wir Biber sind deutlich größer, manchmal doppelt so groß! Und eindeutig sind wir die besseren Taucher. Außerdem haben Nutrias einen runden Schwanz. Wir Biber dagegen besitzen einen Schwanz, der aussieht wie ein flaches Paddel. Im Pfalzmuseum für Naturkunde kannst du im sogenannten Wartezimmer ein Nutria betrachten. Der Raum heißt so, weil die dort ausgestellten Tierpräparate noch auf einen anderen Platz warten. Den bekommen sie, sobald die neuen Ausstellungsräume fertig umgebaut sind. Wegen ihres Fells hat man die Nutrias in ihrer ursprünglichen Heimat fast ausgerottet. Das war bei uns Bibern hier in Europa ähnlich: Auch uns hat man gejagt, bis es kaum noch Biber gab. Du merkst: Nutrias kommen ganz woanders her, und zwar aus Südamerika. Zu uns nach Europa wurden sie gebracht, um sie als Pelztiere zu halten. Manche entkamen aus den Farmen oder sie wurden ausgesetzt. Heute verbreiten sich wildlebende Nutrias in Deutschland. Aber sie können hier nicht so gut überleben wie wir Biber. Denn in strengen Wintern sterben viele von ihnen. Es gibt übrigens noch ein weiteres Tier, das oft mit dem Nutria verwechselt wird: der Bisam. Dieses aus Nordamerika stammende Nagetier ist aber kleiner. Auch der Bisam kann gut schwimmen und tauchen. Aber er hat keine Schwimmhäute an den Hinterpfoten. (lad)