Neustadt
Tourismus: In der Region ist kaum noch ein Zimmer frei
Der hiesige Pfälzer darf sich glücklich schätzen, denn er wohnt bereits in der Pfalz. Dass sich die Region immer größerer Beliebtheit bei Touristen erfreut, zeigt sich einmal mehr in den Herbstmonaten. Trotz Pandemie und fehlender Nachfrage zum Jahresbeginn sind hiesige Unterkünfte derzeit sehr gut belegt, bestätigen die Tourismusbüros aus der Umgebung.
„Es ist ja so, dass September und Oktober sowieso die beliebten Monate sind, um in der Pfalz Urlaub zu machen“, sagt Maria Bergold, Leiterin des Tourismusbüros in Maikammer. Die Zeit der Weinlese und der Weinfeste sei immer eine gefragter Urlaubstermin. „Die Nachfrage ist jährlich da. Auch wenn 2020 die Weinfeste ausfallen. Die Stammgäste kommen trotzdem. Aktuell hat aber auch das kurzfristige Interesse zugenommen“, stellt sie fest. Und so seien die meisten Unterkünfte in der Verbandsgemeinde Maikammer ausgebucht. „Zumindest was die online buchbaren Angebote angeht“, schränkt Bergold ein. Schließlich könne ihr Büro nur diese vermitteln. Wie es bei den Beherbergungsbetrieben aussieht, die keine Internetangebote bereitstellen, könne sie nicht sagen. „Wir sind auf Informationen der Anbieter angewiesen, um Gäste zu vermitteln.“ Fakt sei aber, dass das Tourismusbüro in Maikammer aktuell „nicht alle Anfragen von Touristen erfüllen“ könne.
Immer mehr Besucher
„Es gibt schon das eine oder andere Bett, das noch online buchbar ist“, erklärt Pia Neumann von der Tourismusinformation der Verbandsgemeinde Lambrecht. Allerdings seien hier nur etwa ein Drittel der Angebote über das Internet abrufbar, so dass eine Einschätzung nicht so einfach sei. Aber sie stellt eine steigende Nachfrage fest. „Es begann eigentlich mit dem Ende der Corona-Einschränkungen“, erzählt sie. Seitdem sei eine steigende Besucheranzahl festzustellen. „Ich sehe auch mehr Wohnmobile im Tal. Die Leute kommen trotzdem, obwohl viele Feste ausfallen“, lautet ihr Fazit. Und sie erklärt, dass es im goldenen Oktober rund ums Elmsteiner Tal „knapp“ werden könnte bei den Unterkünften.
Stefan Wemhoener, Geschäftsführer der Tourismusservice GmbH in Deidesheim, sieht ebenfalls eine steigende Nachfrage nach Unterkünften in der Region. Vor allem erkenne er, dass die Buchungen für unter der Woche zunähmen: „Die Menschen kommen nicht nur über das Wochenende, sie bleiben länger hier.“ Aktuell sei es schwer, „auch nur ein Pärchen unterzubringen“. Sowohl die Gastronomie als auch die Hotelbranche haben laut Wemhoener äußerst „kreativ“ auf die Folgen der Corona-Pandemie im Frühjahr reagiert. „Die Pfalz präsentiert sich aktuell als eine Region, in der intakte Natur, kulinarische Besonderheiten und das Kulturgut Wein harmonieren.“ Dies falle bei den Menschen, die in Deutschland Urlaub machen wollten, auf fruchtbaren Boden. „Wir haben sehr viele Gäste, die zum ersten Mal in der Region sind. Das bemerken wir bei den Beratungen“, erläutert Wemhoener.
Perspektiven in Sicht
Bergold, Neumann und Wemhoener hoffen, dass sich dieser Trend fortsetzt. „Wir werden sehen, wie es nach den traditionell starken Monaten September und Oktober weitergeht“, erklärt der Geschäftsführer aus Deidesheim. Und seine Maikammerer Kollegin sieht nach dem schwachen Frühjahr Perspektiven für die gebeutelte Branche: „Wir spüren, dass eine Nachfrage für die Wintermonate besteht. Die Menschen suchen sich Alternativen zum Winterurlaub in Skigebieten, die teilweise ja nicht mehr schneesicher sind“, schaut Bergold mit ein wenig Optimismus in die Zukunft. Wohl dem, der bereits in der Pfalz wohnt …