Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Schulstunde in der Metzgerei Hambel

Schülerbesuch in der Metzgerei: So viele helfende Hände haben wohl selten zusammen Bratwurst hergestellt.
Schülerbesuch in der Metzgerei: So viele helfende Hände haben wohl selten zusammen Bratwurst hergestellt.

Das Tierwohl war das Thema der Projektwoche der Grundschule an der Wachtenburg. 18 Kinder der Klasse 1a besuchten die Metzgerei Hambel, um mehr zum Thema zu erfahren.

Mit ihrer Lehrerin Christina Hürthger durften die Jungen und Mädchen in der Metzgerei zusehen, wie Bratwürste gemacht werden und selbst dabei mithelfen. Den Kindern machte die Sache offensichtlich Spaß.

Ursprünglich hatte die Lehrerin an den Metzger wegen eines Beitrags zur Tombola geschrieben. Juniorchef Philipp Hambel hatte dann die Idee, den Kindern das Thema Tierwohl aus der Sicht eines Metzgers vorzustellen. Der Juniorchef erklärte den Kindern, dass der „wertvolle Rohstoff Fleisch“ nur dann nachhaltig produziert werde, wenn das Tierwohl bei der Haltung der Tiere und bei der Schlachtung beachtet werde.

Zunächst mussten die Kinder das Einmaleins des Metzgers bezüglich der Hygiene durchlaufen, also die Hände sorgfältig mit Seife waschen, desinfizieren und dann „bitte nichts mehr mit den sauberen Händen anfassen“. Dann bekam jeder eine papierne Kochmütze, damit kein Haar in der Bratwurst landet. Dass beim Herstellen der Bratwürste, überhaupt bei der Arbeit des Metzgers, viel Handarbeit gefragt ist, lernten die Schüler dabei auch.

Ein merkwürdiges Seil

Als die Kinder so weit waren und alle um den Arbeitstisch aus Stahl herumstanden, ging es los. Aufmerksam folgten sie den Ausführungen des Metzgers. In die Bratwurst kämen zwei Arten von Schweinefleisch: nämlich Fleisch aus dem Schinken – „das ist der Hintern des Schweins“ – und vom Bauch, erklärte Hambel. „Und das schneiden wir jetzt klein.“ Auf dem Tisch standen kleinere Schüsseln mit den vorbereiteten Gewürzen, Salz, Pfeffer, Knoblauch sowie etwas, das aussah wie ein in Wasser liegendes, glattes Seil. „Das ist der Darm, da kommt das zerkleinerte Fleisch rein. Es ist die Verpackung der Bratwurst“, schilderte Philipp Hambel.

„Wie lang macht ihr das schon“, wollte ein Kind wissen. „Mein Vater 40 Jahre, ich vier Jahre“, bekam es zur Antwort. „Wie wird man denn Metzger?“, wollte ein anderes Kind wissen. Nach der Schule sei eine dreijährige Ausbildung mit Berufsschule und Prüfung zu machen, dann sei man Metzgergeselle, die nächste Stufe sei dann der Meister, erklärte der Juniorchef.

Eigenherstellung fürs Grillfest

Dann kam das Fleisch mit den Gewürzen in einen großen Fleischwolf. Die Schüler durften zusehen, wie die Stücke zermahlen wurden. Anschließend wurde das zerkleinerte Fleisch noch einmal mit den Händen kräftig durchgemischt. Dabei durften die Kinder wieder mit anfassen und probieren. Dann wurde das Bratwurstbrät in eine Handfüllmaschine mit einem langen Rohr vorne gegeben. Auf dieses Rohr durften die Kinder mit Unterstützung den Darm aufziehen und die Handkurbel betätigen. Heraus kamen „zehn Meter Bratwurst“ wie ein Schüler ganz treffend beschrieb.

Der letzte Arbeitsschritt war das Abbinden in einzelne, etwa gleich große Würste. Mit den Worten, „die dürft ihr heute Nachmittag zum Grillen abholen“, war für die Erstklässler die Lehrstunde in Sachen Tierwohl und Fleischkonsum aus Sicht eines Metzgers beendet. Beim Grillnachmittag mit den Eltern zum Abschluss der Projektwoche kamen die Würste auf den Tisch.

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