Deidesheim
Mehr Schutz vor Überschwemmung
Die Pandemie, die „politische Großwetterlage“, die Gefahr eines längeren Stromausfalls, die zunehmende Trockenheit, aber auch die Zunahme von Starkregenereignisse: All das zeige, dass „wir zu lange Katastrophen ausgeblendet haben“, sagte SPD-Fraktionssprecher Achim Schulze, der im Verbandsgemeinderat einen Antrag seiner Fraktion zur Bildung eines Ausschusses für Zivilschutz- und Katastrophenfälle erläuterte.
Die Überlegungen stehen indes noch am Anfang. Soll ein eigener Ausschuss gegründet werden? Oder soll die Aufgabe in einen der bestehenden Ausschüsse integriert werden? Welche Fachkompetenzen sollen mit einbezogen werden? „Es gibt ganz unterschiedliche Katastrophen, das müssen wir erst einmal aufdröseln“, gab Philipp Seckinger (CDU) zu bedenken.
Klar ist: Das Fachwissen der Feuerwehr ist auf jeden Fall gefragt. Um bei dem Thema weiterzukommen, soll deshalb ein Vertreter der Wehr in den Rat eingeladen werden.
Lubenau: Keine Taskforce
Auch Verbandsbürgermeister Peter Lubenau (CDU) stimmte dem zu, wies aber auch darauf hin, dass es keineswegs um die Bildung einer „Taskforce“ gehe, sondern um die politische Behandlung des Themas. Bernd Anslinger (CDU) regte an, dass jedes Ratsmitglied sich Gedanken darüber machen soll, was genau der Rat von der Feuerwehr wissen will.
Eine der möglichen Katastrophen hat die Verbandsgemeinde indes schon genauer im Blick: ein Starkregenereignis. Zu dem Thema beantragten Grüne und CDU die Aufstellung eines Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzeptes. „Hochwasser kann ungeahnte Ausmaße annehmen“, heißt es in dem Papier. Ein sommerliches Gewitter in Verbindung mit Starkregen im August 2004 habe in der Verbandsgemeinde „riesige Schäden“ verursacht. Und mit fortschreitendem Klimawandel werde die Anzahl der Starkregenereignisse in der Region weiter zunehmen.
Alle Ortsgemeinden hochwassergefährdet
Lubenau betonte, dass in der Verbandsgemeinde Deidesheim alle Ortsgemeinden hochwassergefährdet seien, das zeigten auch Starkregenkarten, die das Land im Internet veröffentlicht habe. Ein Drittel aller Gemeinden in Rheinland-Pfalz habe bereits ein Starkregenkonzept erarbeitet, informierte Lubenau. Solche Konzepte würden derzeit zu 90 Prozent vom Land bezuschusst. „Es geht darum, was passiert, wenn die Abwassersysteme überlastet sind“, erklärte Lubenau. Wichtig aus Sicht von Manfred Dörr (CDU), der auch Stadtbürgermeister in Deidesheim ist: die Bürger einbeziehen. „Das ist geplant“, erklärte Lubenau. Der Verbandsgemeinderat beschloss, Angebote bei Fachbüros einzuholen, die Fördervoraussetzungen zu prüfen und einen Antrag beim Land zu stellen.