Deidesheim RHEINPFALZ Plus Artikel Jugendpfleger: Mehr Angebote für junge Menschen

Immer mehr Kinder verbringen mehr Zeit am Computer oder am Handy.
Immer mehr Kinder verbringen mehr Zeit am Computer oder am Handy.

Das Interesse junger Menschen an Jugendtreffs ist während der Pandemie zurückgegangen. Das berichten Jugendpfleger dem Verbandsgemeinderat. Sie befürchten weitere negative Auswirkungen der Lockdowns.

Die Anzahl der Besucher in den Jugendtreffs in Deidesheim und Meckenheim habe sich aufgrund der Auswirkungen der Pandemie-Restriktionen etwa halbiert, berichtete Jugendpfleger Sven Santamaria dem Verbandsgemeinderat Deidesheim.

Während der beiden Lockdowns waren beide Jugendtreffs geschlossen. Nach der Wiedereröffnung seien viele Kinder und Jugendliche nicht mehr gekommen, so Santamaria. Viele seien durch die ständig wechselnden Vorgaben der immer wieder neuen Corona-Verordnungen verunsichert. In beiden Einrichtungen herrsche Maskenpflicht, ein Teil der Kinder und Jugendlichen habe jedoch keine Lust, auch noch in der Freizeit Maske tragen zu müssen, so die Erfahrung von Santamaria. Zudem seien wegen der Hygiene- und Kontaktbestimmungen beliebte Angebote wie gemeinsames Kochen, der Skaterkurs und der Kindertreff eingestellt worden. Inzwischen habe der Kindertreff wieder begonnen.

Steigendes Suchtverhalten

Wie Santamaria berichtete, haben Untersuchungen ergeben, dass durch die Auswirkungen der Pandemie das Suchtverhalten bei Jugendlichen zugenommen habe, vor allem im Bereich digitaler Süchte. Verstärkt seien massive Ängste aufgetreten. Nach Beobachtungen der Jugendpfleger im Landkreis Bad Dürkheim sei dies auch bei Jugendlichen in den Gemeinden des Landkreises der Fall.

Trotz der Pandemie sei im vergangenen und in diesem Jahr ein Sommerferienprogramm angeboten worden, allerdings mit Einschränkungen, erläutert Santamaria. Als eine der derzeitigen Aktivitäten nannte er die Neugestaltung der Räume in Deidesheim und Meckenheim gemeinsam mit den Besuchern. Während der Lockdowns hätten die Mitarbeiter die Räume grundrenoviert. Auch sonst seien die Mitarbeiter in dieser Zeit beschäftigt gewesen, betonte Santamaria. So seien die Leistungsbeschreibung und der Internet-Auftritt überarbeitet worden.

Aktivitäten geplant

Als geplante Aktivitäten nannte er unter anderem einen Wettbewerb für Skater, Scooter und BMX-Radfahrer am 9. Oktober auf der Alla-hopp-Anlage in Deidesheim sowie die Erstellung eines Musikvideos mit der Deidesheimer Nachwuchsband Dark Firehead. Bemalen von T-Shirts und Skateboards, Streetpainting, Comics-Gestaltung seien einige neue Angebote.

In den Meckenheimer Jugendtreff kommen nach Angaben Santamarias ausschließlich Meckenheimer Kinder und Jugendliche. Ausnahme sei der Mädchentreff, der auch von Mädchen aus anderen Orten besucht werde. Kinder und Jugendliche aus allen Orten der Verbandsgemeinde, auch aus Meckenheim, seien Besucher des Deidesheimer Jugendtreffs.

Graffiti soll bleiben

Wie Santamaria berichtete, haben Jugendliche in Absprache mit dem bisherigen Leiter der IGS Wachenheim-Deidesheim zwei Betonwände mit Graffiti bemalt. Gerne würde man diese Aktion fortsetzen. Doch gebe es von der Kreisverwaltung Bad Dürkheim als Teil der Um- und Neubaumaßnahmen an der IGS ein Farbkonzept. Das wolle die Bauabteilung der Kreisverwaltung umsetzen und die Graffitis wieder entfernen. Beate Wagner (SPD) forderte die Mitglieder des Kreistags auf, dies zu verhindern. „Die Graffiti erhalten und das Farbkonzept nicht umsetzen“, lautet die eindeutige Forderung von Heiner Weisbrodt (FWG). Er freue sich, dass „die grauen Wände weg sind“.

Nach Angaben Santamarias legen die Mitarbeiter der beiden Jugendtreffs großen Wert auf ökologisches, biologisches und nachhaltiges Verhalten. Auch sei Interesse vorhanden, die Besucher in die derzeitige Erarbeitung eines Klimaschutzkonzepts für die Verbandsgemeinde einzubeziehen. Bei den Veranstaltungen zum Klimaschutzkonzept seien fast keine Teilnehmer unter 40 Jahren gewesen, sagte der Erste Beigeordnete Herbert Latz-Weber (Grüne). Man wolle versuchen, Jugendliche und jüngere Leute einzubeziehen. Michael Wahl (FWG) regte an, dass die Besucher der Jugendtreffs zu Sitzungen des Verbandsgemeinderats kommen und dass Mitglieder des Gremiums die Jugendtreffs besuchen.

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