Deidesheim RHEINPFALZ Plus Artikel Guggemol: Nobler Schlitten

Kurfürstliches Gefährt – möglicherweise.
Kurfürstliches Gefährt – möglicherweise.

Ein Schlitten wie aus dem Märchenbuch steht im Hof der traditionsreichen Weinstube Schloss Deidesheim. Vermutlich haben Stefanie Kern und ihr Team auch in diesem Jahr viele Weihnachtskarten bekommen, die ihre Gäste dort fotografiert haben – natürlich nur außerhalb der beiden Lockdowns, die auch und gerade die Gastronomie in diesem Jahr sehr beansprucht haben.

Kurfürstliches Gefährt

Dafür soll der besondere Schlitten aus dem 18. Jahrhundert stammen und niemand Geringerem als Carl Theodor, Kurfürst von der Pfalz und Bayern sowie großer Förderer von Kunst und Wissenschaft, gehört haben. Wie der Schlitten ganz genau in den Besitz ihrer Familie kam, kann Stefanie Kern nicht mehr nachvollziehen: „Er stand sozusagen immer da“, erzählt die 53-Jährige, „schon als Kind bin ich um ihn herumgerannt.“ Papiere oder Einträge, die Aufschluss über ein Geschenk oder einen Kauf beim Aufenthalt des Kurfürsten in Deidesheim hinweisen könnten, hat sie im Archiv ihres Großvaters Josef Kern nicht gefunden.

Trotzdem ist der imposante Schlitten ein beliebtes Fotomotiv, außer eben jetzt in der Corona-Pandemie, wo er nicht zugänglich ist: „Bei Hochzeiten, Geburtstagen oder einfach so“, erzählt Stefanie Kern. Besonders für jüngere Kinder sei der eindrucksvolle Schlitten mit den schweren Holzkufen, dem geschnitzten Adlerkopf und dem bereits ausgebesserten Lederbezug interessant. Kern hofft, dass auch nach Corona wieder munter dort fotografiert werden kann.

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