Meckenheim
Großes Interesse an Ganztagsschule
36 Interessensmeldungen waren notwendig für die Einführung eines Ganztagsschulangebots, diese Zahl wurde bei weitem überschritten. Ganz überraschend ist das Ergebnis nicht, denn in Meckenheim nutzen schon jetzt rund die Hälfte der Schulkinder das Angebot der „Betreuenden Grundschule“.
„Wir erhielten 84 Rückmeldungen, davon haben 53 Interesse an der Ganztagsschule bekundet“, sagt Rektorin Bettina Glatz. Das ist ein klarer Auftrag an Schulträger und Schule, weitere Schritte anzugehen und einen Antrag bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) zu stellen. Neben den Eltern der 48 Kinder aus den ersten beiden Klassenstufen wurden auch rund siebzig Eltern der Einschulungsjahrgänge 2021 und 2022 angeschrieben. „Die Umfragebeteiligung war wirklich sehr gut“, freut sich die Schulleiterin. Schulelternsprecher Mario Holzmayr habe viel Zeit in die Vorarbeit investiert. Seine Präsentation „Die Ganztagsschule - Ein innovatives pädagogisches Konzept“ kann auf der Homepage der Verbandsgemeinde Deidesheim abgerufen werden.
Pädagogisches Konzept nötig
Ab Januar geht nun die Planungs- und Arbeitsphase erst richtig los. Für die Antragsstellung muss eine Steuerungsgruppe ein pädagogisches Konzept erstellen. Daran beteiligt sind die Schulleitung, das Lehrerkollegium und der Schulelternbeirat. „Aber auch Eltern, deren Kinder noch in den Kindertagesstätten sind, wollen an dem Konzept mitarbeiten“, erzählt Glatz. Coronabedingt finden die Treffen über ein zugelassenes Videokonferenzsystem statt. Der Antrag muss bis zum 31. März nächsten Jahres bei der ADD eingereicht werden.
Der Schulträger ist nach dem rheinland-pfälzischen Schulgesetz für eine ausreichende Raumversorgung und -ausstattung sowie den Gebäudeunterhalt zuständig. Für die Umstellung auf Ganztagsschulbetrieb wird neben einer Mensa noch ein zusätzlicher Betreuungsraum erforderlich.
Sanierung oder Neubau?
Die dringend anstehende Sanierung der Grundschule Meckenheim steht schon seit längerem auf der Tagesordnung der verantwortlichen Gremien. Noch ist jedoch nicht entschieden, ob der Altbau saniert oder komplett neu gebaut werden soll. „Wir haben seit Kurzem ein Schreiben vorliegen, dass wir noch verschiedene Unterlagen an die ADD liefern müssen“, erklärt Verbandsbürgermeister Peter Lubenau. Das beauftragte Architekturbüro werde diese im Laufe des Januars nachreichen.
Die Verzögerung wirkt sich jetzt allerdings sogar positiv aus, denn so kann das Raumangebot parallel zur Umstellungsphase auf Ganztagbetrieb noch baulich optimiert werden. Lubenau hofft auf ein Ergebnis von der ADD bis Ende März: „Wir wollen diesen Zeitplan einhalten, jedoch liegt das nicht allein an uns.“
Vormittags alle zusammen
In Meckenheim ist die Ganztagsschule in Angebotsform mit einem sogenannten additiven Organisationsmodell geplant. Das bedeutet, dass vormittags alle Schüler zusammen im Unterricht sind. Erst ab 12 beziehungsweise 13 Uhr (dritte und vierte Klasse) startet nach dem Mittagessen der Nachmittagsunterricht mit der Lernzeit. Dabei erledigen die Kinder ihre Hausaufgaben, betreut von Lehrkräften und pädagogischen Hilfskräften. Weiter geht es mit Förderunterricht, verschiedenen Arbeitsgruppen und betreuten Spielzeiten. Geplant sind zwei feste Gruppen für die unteren und höheren Klassenstufen mit festen Bezugspersonen.
Die Ganztagsschule wird standardmäßig von montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr angeboten. In Meckenheim soll für den Freitagnachmittag noch ein zusätzliches Betreuungsangebot erarbeitet werden.
Anmeldung bis März 2022
Das Anmeldeverfahren für die Ganztagsschule läuft dann bis zum 15. März 2022. Auch dazu sind mindestens 36 verbindliche Anmeldungen erforderlich. Werden diese erreicht, kann die Ganztagsschule zum 1. August 2022 an den Start gehen.