Lambrecht
Gemeinschaftshaus: Säle und Gaststätte jetzt getrennt
„Ich will ein bisschen Leben in den Ort bringen“, sagt Eric Glaser. Der Lambrechter, der Vorsitzender des TSV Lambrecht ist, betreibt eine Getränkehandlung und eine Werbeagentur. Er habe auch schon Veranstaltungen, vor allem in der Südpfalz, organisiert. „Die Säle wurden bisher nie richtig vermarktet“, sagt Glaser.
Das weiß auch Tanja Bundenthal-Beck, Geschäftsführerin der Gemeinschaftshaus Lambrecht GmbH. Durch die Trennung von Gaststätte und Sälen erhoffe man sich eine verstärkte Nutzung des Gemeinschaftshauses und damit letztendlich auch mehr Einnahmen für die Gemeinschaftshaus GmbH, so Bundenthal-Beck. Alleiniger Gesellschafter der Gemeinschaftshaus GmbH, deren finanzielle Situation recht bescheiden ist, ist die Stadt.
Offen für jede Art von Festen
Glaser will nach eigenen Angaben die Säle für private Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstage vermietet. „Ich bin da ganz offen für alle Arten von privaten Festen“, sagt Glaser. Außerdem plane er ein Veranstaltungsprogramm. Er sei derzeit dabei, einen Veranstaltungskalender zu erstellen. Konzerte für unterschiedliche Geschmäcker, Comedy, Entertainment sowie Theater solle angeboten werden. So wolle er das Boulevardtheater Deidesheim engagieren. „Ich plane die erste Lambrechter Comedynight“, kündigt Glaser an. Er betont, dass die Säle weiterhin zu reduzierten Preisen an Lambrechter Vereine vermietet werden.
„Wir hätten von Anfang an lieber nur das Lokal gepachtet“, betont Sybille Kuhn, die zusammen mit Orhan Koscoy die Bürgerstube führt. Der damalige Stadtrat war dazu aber nicht bereit. Die Ratsmitglieder hatten sich dafür ausgesprochen, dass die Gaststätte nur gemeinsam mit den Sälen vermietet wird. Man hatte Angst, dass ansonsten die Stadt auf den Sälen sitzen bleibt und sich selbst um deren Vermietung kümmern müsste.
Für Küche und Bewirtung problematisch
Wie Kuhn berichtet, ist die Bürgerstube von Beginn an sehr gut gelaufen. „Deshalb haben wir keine Zeit gehabt, uns ausreichend um die Vermarktung der Säle zu kümmern.“ Die Säle seien eher ein Problem gewesen: „Für die Bewirtung dort brauchen wir zusätzliches Personal, das steht nicht immer zur Verfügung.“ Für die Küche sei es schwierig, gleichzeitig Essen für den Saal und die Bürgerstube zuzubereiten.
„Es war schon seit einiger Zeit ein Wunsch von uns, dass wir die Säle nicht weiter mieten müssen“, sagt Kuhn. Zudem wäre es angesichts der finanziellen Einbußen wegen der Corona-Pandemie bald problematisch geworden, wenn für die Säle Kosten anfallen, ohne dass diesen Einnahmen gegenüber stehen.
Weil es wegen der Pandemie noch starke Einschränkungen für Veranstaltungen gibt, sei er mit der Stadt übereingekommen, dass er die Säle erst ab kommendem Jahr mietet, erklärte Glaser. Doch sei vorgesehen, dass er bereits vorher den Fenstersaal so umbaut, dass dort ein eigener Ausschank möglich ist. Dies sei erforderlich, damit die Säle getrennt von der Bürgerstube bewirtschaftet werden können.
Zusammenarbeit mit örtlichen Gastronomen?
Glaser arbeitet nach eigenen Angaben mit einem Caterer aus der Südpfalz zusammen. Doch sei er auch bereit, mit Gastronomen aus Lambrecht zusammenzuarbeiten. Er wolle demnächst ein Gespräch mit den Betreibern der Bürgerstube führen. „Ich will keine Konkurrenz zur örtlichen Gastronomie aufbauen“, betont Glaser.
Kuhn erklärt, sie könne sich grundsätzlich vorstellen, dass die Bürgerstube bei einzelnen Veranstaltungen die Bewirtung zu übernimmt. Darüber müsse aber erst noch gesprochen werden. Jetzt seien sie und Koscoy erst einmal froh, dass sie sich auf die Bürgerstube konzentrieren können. „Die Bürgerstube liegt uns am Herzen“, sagt Kuhn. Trotz des kühlen Wetters hat sie bereits die Möglichkeit genutzt, Gäste auf der Terrasse zu bewirten. „Ich freue mich, dass trotz der niedrigen Temperaturen Leute kommen“, so Kuhn.
Seit Montag nun darf sie, unter Einhaltung der Hygieneregeln, auch den Innenbereich wieder öffnen. „Wir sind sehr froh, dass wir endlich wieder mehr arbeiten können“, sagt sie. Während des Lockdowns hatte Kuhn einen Abholservice angeboten.