Kreis Bad Duerkheim Gemeinsam unterm Sternenhimmel

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„Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen, auf dem Marktplatz, in den Straßen und den Fenstern hell und klar“ – das zur Eröffnung der Sternstunden gesungene Lied könnte so für Wachenheim umgedichtet werden.

Einige wenige Besucher fanden sich am Samstag pünktlich um 21 Uhr auf dem Marktplatz ein. Drinnen in der Kirche lauschten spätere Gäste noch dem Serenadenkonzert. „Durch die Zugaben hat sich der Sternstundenbeginn etwas verzögert“, meinte Bürgermeister Torsten Bechtel in seiner Ansprache. Auch die Freigabe zum Leuchten der Sterne konnte, stromtechnisch bedingt, nur mit Verzug umgesetzt werden. Gefühlt leuchteten die Sterne später aber umso glänzender. Der Herrnhuter Stern von Christel Heilig war der „Auslöser“ der Sternstunden. Zusammen mit Isabel Lübke, Gabriele Popp und Christiane Wolf setzte sie vor fünf Jahren ihre Idee um, nach der Menschen einfach miteinander ins Gespräch kommen sollen. Immer nach dem Serenadenkonzert am Ersten Advent erstrahlen die Herrnhuter Sterne in den Bäumen am Marktplatz vor der Kirche aufs Neue. „Die Herzen der Menschen verstehen alle ein Sprache, es ist die Herzenssprache“, so lautet ein Zitat von Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf. Sein Gut lag in der Nähe von Dresden. Dazu gehörte auch ein Internat. „In unserer Klasse wurden Kinder verschiedener Religionen gemeinsam unterrichtet“, erzählte der Wachenheimer Dietrich Trützschler von Falkenstein. Während des Krieges besuchte er einige Jahre dieses Internat. Als Zeitzeuge erzählte er der gespannt lauschenden Runde aus diesem Lebensabschnitt. Einige Besucher erkundigten sich, wo es Sterne zu kaufen gibt, welche Größen zu haben sind und ob diese schon fertig zusammengebaut sind. Leute miteinander ins Gespräch bringen, neue Eindrücke und Gemeinsamkeiten finden – ein Ziel der Sternstunden war an diesem Abend verwirklicht worden. Gemeinsam wurde gesungen. Zum Abschluss „Dona nobis pacem“ (Gib uns Frieden) und „Die Antwort weiß ganz allein der Wind“, musikalisch unterstützt von Gerd Helfer und Burkhard Ort. Gemeinsam wurde tapfer gegen die aufsteigende Kälte angekämpft. Gemeinsam gegessen wurden „Sternstundenküchelscher aus Mutter Backofen“. Gemeinsam wurde unter den Sternenbäumen geträumt. Freuen würden sich die Organisatorinnen der Sternstunden über viele Anfragen zu Sprüchen des Grafen von Zinzendorf. Drei Zitate sind an den Eingängen zu Rathaus, Bürgerspital und Café Kulturey lesen. Wer einen Spruch an sein Fenster oder seine Glastür schreiben will, kann sich bei Christiane Wolf, Telefon 06322 989888, nach einem Zitat aus der Textsammlung des Grafen Zinzendorf erkundigen. (epm)

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