Lambrecht RHEINPFALZ Plus Artikel Geißbockführer auch ohne Feier

Brautpaar mit Geißbock: (v.l.) Stadtbürgermeister Karl-Günter Müller, Lucy Wittmer, die sich um den Geißbock kümmert, und das Eh
Brautpaar mit Geißbock: (v.l.) Stadtbürgermeister Karl-Günter Müller, Lucy Wittmer, die sich um den Geißbock kümmert, und das Ehepaar Anton und Carola Theimer.

Lambrecht muss „am Dienstag nach der heiligen Pfingsd“ einen Geißbock in Deidesheim abliefern, daran ändert auch die Pandemie nichts. Doch sonst ist bei dem traditionellen Brauchtum einiges anders als sonst: Die Feste fallen aus und das Brautpaar, das den Tributbock übergibt, ist nicht das, das zuletzt vor Pfingsten heiratet.

Anton und Carola Theimer sind schon seit fünf Jahren verheiratet. „Damals haben wir uns bewusst für eine standesamtliche Trauung entschieden“, erzählt die 37-Jährige, die aus Kerpen stammt. Vor etwa fünf Jahren ist das Paar von Neustadt nach Lambrecht gezogen. „Unsere Kinder gehen in die evangelische Kindertagesstätte, der Pfarrer ist sehr nett, und wir sind Teil der Gemeinde geworden“, berichtet die gelernte Bankkauffrau, die als Tagesmutter arbeitet.

Gemeinsam habe man entschieden, am fünften Hochzeitstag, am 11. März, kirchlich zu heiraten, berichtet der 35-jährige Polizeibeamte, der aus Öhringen kommt. Beim Traugespräch habe Pfarrer Martin Groß gefragt, ob sie Lust hätten, Geißbockführer zu werden. „Das wollten wir schon vor fünf Jahren, aber da gab es ein anderes Paar“, verrät Carola Theimer. „Es ist wichtig, auch in schwierigen Zeiten Traditionen und Brauchtum zu erhalten“, begründet Anton Theimer, warum er und seine Frau die Aufgabe übernommen haben, obwohl nicht gefeiert werden kann. „Und wir hoffen, dass nächstes Jahr einiges nachgeholt wird“, sagt seine Frau. Sie seien „sehr gesellig“, betonen die beiden.

Geißbock-Fritz ist Jahrgang 2016

Mit dabei sein werden dann wohl auch die Söhne. Der dreijährige Mika und der zweijährige Emil beobachteten am Freitag sehr interessiert den Geißbock und die Menschen, die ihren Eltern viele Fragen stellten.

Fritz, eine „bunte deutsche Edelziege“, ist etwas älter als die Jungs. „Er ist im Januar 2016 geboren“, berichtet die 15-jährige Lucy Wittmer, Tochter des Forster Züchters Oliver Wittmer. Die 15-Jährige ist für Fritz verantwortlich, füttert ihn. „Der ist ein ganz Netter, der kommt, wenn man ihn ruft“, verrät Lucy. Bürgermeister Karl-Günter Müller ist froh, dass sich das Ehepaar gemeldet hat, auch weil das zunächst vorgesehene Paar sich kurzfristig getrennt habe.

Mehr zum Thema
x