Kreis Bad Duerkheim Geflügelter Wintergast
Einen interessanten Vogel betrachtet Carla hier im Pfalzmuseum für Naturkunde. Draußen siehst du diese Singvogelart bei uns fast nur im Winter: Es ist eine Rotdrossel. Dieser Zugvogel fliegt in der kalten Jahreszeit aus dem Norden nach Mitteleuropa. Viele Rotdrosseln ziehen auch weiter ins südliche und westliche Europa, um dort zu überwintern. Aber ihre Brutgebiete liegen in nördlichen Ländern. Dort bauen Rotdrosseln ihre Nester in Wäldern, Parks und Gärten.
Du findest das Vogelpräparat in der Sonderausstellung „Alles Scheiße“. Wieso gerade dort? Wie du sicher weißt, ernähren sich viele Vögel von Pflanzenfrüchten. Oft scheiden sie die Samen als Nahrungsrest unverdaut wieder aus und die können dann an anderer Stelle keimen. Im Museum wird das am Beispiel der Mistel erklärt. Diese Pflanze wächst auf Bäumen wie Kiefern. Mit ihren Wurzeln zieht sie aus dem Baum Wasser und Nährstoffe, deswegen nennt man sie „Halbschmarotzer“. Im Winter trägt die Mistel weißliche Beeren. Wenn du diese erbsengroßen Früchtchen mit den Fingern zerdrückst, hast du klebrigen Schleim in der Hand. Kein Problem für Vögel wie die Rotdrossel. Sie lassen sich die Beeren schmecken. Die Mistelsamen aber werden wieder ausgeschieden. Klebrig sind sie geblieben und das ist gut so. Wenn der Vogel auf einem Ast sitzt und ein Häufchen Kot abgibt, bleibt der Samen an der Rinde haften. So verbreitet sich die Mistel. Aber es geht auch einfacher: Die Mistelsamen können auch keimen, wenn der Vogel sie von seinem Schnabel am Baum abwetzt. Neben Samen frisst die Rotdrossel auch Regenwürmer, Schnecken und vielerlei Insekten wie Käfer und deren Larven. Die Farbe „rot“ hat sie in ihrem Namen, weil die Unterseite ihrer Flügel rostrot gefärbt ist. Wenn der Vogel auf einem Zweig sitzt, kann man auch die roten Federn an seinen Flanken sehen.