Dirmstein
Emotionaler Abschied in der ersten Ratssitzung
Nahezu die komplette erste Stunde der konstituierenden Ratssitzung diente der Ehrungen, Reden und Danksagungen. Bernd Eberle (FWG), der sich nach 15 Jahren an der Ortsspitze aus seiner kommunalpolitischen Tätigkeit zurückgezogen hat, begann die Sitzung jedoch mit einer Schweigeminute – einerseits, um der Opfer des mutmaßlichen Terroranschlags in Solingen zu gedenken, andererseits um Klaus Rohmann zu gedenken. Rohmann war seit 2015 Hallenmeister der Dirmsteiner Festhalle und im April 70 Jahre alt geworden. Nach kurzer schwerer Krankheit verstarb Rohmann am 15. August.
Eberle rang bereits an dieser Stelle mit seinen Gefühlen. Er ließ noch einmal einen kurzen Blick auf seine Amtszeit Revue passieren und sprach jede Menge Danksagungen aus. Als er Dank in Richtung seiner Familie äußerte, insbesondere an seine Ehefrau Elke, die „unzählige Telefonate“ in seiner Amtszeit entgegennehmen musste, versagte ihm die Stimme. Die anwesenden Dirmsteiner in der vollen Festhalle applaudierten. „Danke, mein Schatz“, sagte er schließlich.
Standing Ovations für langjährige Kommunalpolitiker
Es war nicht der einzige Gänsehaut-Moment an diesem Abend und es war auch nicht die einzige Stelle, an der das Publikum viel Applaus spendete. Nach Verabschiedung der ausgeschiedenen Ratsmitglieder gab es noch diverse Ehrungen für kommunalpolitisch engagierte Personen, die teils 40 Jahre lang aktiv sind. Für mehrere von ihnen gab es dafür Standing Ovations, beispielsweise für den gerade 90 Jahre alt gewordenen Theo Halama (FWG).
Auch vor Eberles letzter Amtshandlung, der Vereidigung des neuen Ortsbürgermeisters Jens Schlüter (Initiative Dirmstein), gab es noch einmal stehende Ovationen und viel Applaus. Schlüter sprach in seiner ersten Rede als Ortsbürgermeister dann unter anderem davon, auf Synergie-Effekte im Dorf setzen zu wollen, wenn es um das Engagement für die Gemeinde geht. „Es sind alle eingeladen, dabei mitzuwirken“, sagte er.
Der ebenfalls anwesende Bürgermeister der Verbandsgemeinde Leiningerland, Frank Rüttger (CDU), wünschte dem von seiner Fraktionskonstellation her stark veränderten Gemeinderat alles Gute und gab die Empfehlung, bei Diskussionen „hart in der Sache, aber anständig im Ton“ miteinander umzugehen. Auch dieser Satz bekam viel Applaus. Nachdem auch Rüttger noch Abschiedsworte an Eberle richtete, ging es dann endgültig ins Tagesgeschäft über.
Aufwandsentschädigung für Beigeordnete geändert
Die bereits im Vorfeld angekündigte Besetzung der Beigeordneten, der eine geschmiedete Koalition aus Initiative (ID), FWG und CDU zugrunde liegt, trat dann auch genauso ein. Christian Arenth (FWG) wurde mit 18 Ja-Stimmen – mehr waren nicht möglich, weil die Fraktionssprecher Gunter Greulich (SPD) und Maximilian Gärtner (ID) nicht anwesend waren – zum ersten Beigeordneten gewählt.
Die beiden anderen Beigeordneten wurden Matthias Schön (ID) (13-mal Ja, zweimal nein, eine Enthaltung, zweimal ungültig) und Sabine Diehl (ID) mit 17 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung.
Danach ist noch einstimmig beschlossen worden, in der Hauptsatzung der Ortsgemeinde die Verteilung der Aufwandsentschädigung für die Beigeordneten zu ändern. So erhalten die ersten beiden Beigeordneten künftig jeweils 20 Prozent Aufwandsentschädigung, der dritte Beigeordnete zehn Prozent. In der vergangenen Legislaturperiode hatte der Erste Beigeordnete 30 Prozent erhalten, die zwei weiteren Beigeordneten jeweils zehn Prozent. Schlüter begründete diese Änderung mit einer Veränderung in den Geschäftsbereichen der Beigeordneten. Diese werden voraussichtlich in der kommenden Sitzung am Mittwoch, 11. September, vergeben.
