Kreis Bad Duerkheim Die Suche nach der Balance

Am letzten Mittwoch jährte sich zum 25. Mal der Weihetag der Edith-Stein-Kirche in Wachenheim. Groß gefeiert wird das Ereignis am 17. Mai. Aus Termingründen hat sich das so ergeben. Jedenfalls gibt es dann, so ist es geplant, ein schönes Fest. Es kommt der Bischof, es singt der Chor, und nach dem Gottesdienst geht es fröhlich weiter – wie es sich gehört. Feiern können wir Pfälzer ja ganz gut. Gefeiert haben die Wachenheimer vor 25 Jahren sicher mit noch größerer Freude: Sie hatten nun eine schöne neue Kirche, durch das neue Wohngebiet im wachsenden Städtchen war die St. Georgskirche zu klein geworden. Für viele „alten“ Wachenheimer war das eine große Umstellung, die zugezogenen Neubürger konnten mit der Freude an den neuen eigenen vier Wänden die Freude an der neuen Kirche verbinden. Zugleich hat es auch das Ankommen in der neuen Heimat erleichtert. Und wenn wir uns heute die Kirchengemeinden unserer Region anschauen oder zum Beispiel auch das Vereinsleben, dann muss man vielfach feststellen, wie sehr unser Gemeinwesen profitiert von den vielen – oft aus beruflichen Gründen – Zugezogenen, die einerseits durch ihr Mitmachen in den unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppierungen leichter hier Fuß fassen konnten, andererseits durch ihr Engagement neues Leben und neuen Schwung hineingetragen haben. Naserümpfen und die herablassende Frage „Was will denn der, was weiß denn die schon?“ finden sich höchstens noch bei denen, die sich auch sonst für unfehlbar halten, oder tauchen dann auf, wenn jemand neu ist und gleich schon alles besser weiß. Bis das Alte und das Neue zusammenfinden, braucht es freilich seine Zeit, und je verkrusteter Strukturen sind, umso länger dauert es. Für ein gutes Miteinander ist es allerdings unerlässlich, dass es gelingt. Dazu braucht es neben der notwendigen Zeit immer auch die Bereitschaft, sich zu öffnen und aufeinander zuzugehen. Wie im Miteinander, gilt dies ebenso für das je eigene Leben, erst recht in unserer so schnelllebigen Zeit: Wenn ich mich allem Neuem grundsätzlich verschließe, dann isoliere ich mich früher oder später und lebe nur noch in meiner eigenen kleinen Welt. Stürze ich mich bedenkenlos auf alles Neue und laufe jeder Mode hinterher, habe ich irgendwann keinen festen Boden mehr unter den Füßen. Die richtige Balance zu finden, ist nicht einfach in einer Welt, in der wir mit vielen Entwicklungen gar nicht mehr Schritt halten können. Der Austausch mit anderen – im Freundeskreis, im Verein, in einer Gemeinschaft, die trägt – kann eine große Hilfe sein, da nicht aus dem Gleichgewicht zu kommen. Und das ist noch lange nicht alles.