Deidesheim
Deidesheimer Hütte renoviert und mit neuem Pächter
Mit Harald Mugler hat die Waldschenke, wie die Deidesheimer Hütte im Volksmund genannt wird, einen neuen Pächter. Dieser hat konkrete Pläne. Gemeinsam mit dem Eigentümer, dem Pfälzerwaldverein Deidesheim, renovierte er die Hütte. Neben dem Sanitärbereich wurden der Küchenboden und die gesamte Kühltechnik erneuert, außerdem wurden die Gasträume neu gestaltet.
Mugler wollte hier seine eigene Handschrift hinterlassen. „Mir war es wichtig, den Hüttencharakter noch deutlicher zum Ausdruck zu bringen“, sagt der neue Pächter. Das zieht sich wie ein roter Faden durch den ganzen Betrieb, von den Speisen und Getränken bis hin zur Ausstattung.
Der gebürtige Westfale ist Diplom-Betriebswirt und lebte über 20 Jahre in Berlin, kam dann aber der Liebe wegen an die Weinstraße. Nach vielen Jahren im Vertrieb eines Weinguts und mit der Organisation von Veranstaltungen vertraut, suchte er eine neue Herausforderung. Die Deidesheimer Hütte hatte er schon länger im Blick. Schließlich handelt es sich hier um ein gemauertes Gebäude mit einem Anbau aus Holz und einer stilvollen Einrichtung. Dazu befindet sich das Gebäude am einstigen Eselsweg, über den vor 250 Jahren Getreide beziehungsweise Mühlenprodukte mit Eseln hin- und hertransportiert wurden. Es ist denkbar, dass sich an der Stelle, an der jetzt die Hütte steht, damals eine Raststation für die Transporte befand.
„Ich bin ein naturverbundener Mensch und habe mir vorgestellt, dass man aus der Hütte mit Kreativität und Liebe zum Detail unter Verwendung von Naturmaterialien wie Stoffen, Kissen und geschmackvollen Accessoires mehr machen kann“, meint Mugler. Sein Konzept überzeugte die Eigentümer und er erhielt den Zuschlag.
Über die Laufzeit des Pachtvertrags macht er keine Angaben. „Ich werde definitiv in meinem Leben nicht noch einmal was Neues beginnen“, sagt er augenzwinkernd. Dabei spielt er nicht nur auf sein Alter an. Mugler hatte schon einmal Pläne zum Bau einer Hütte mitten im Rebenmeer. Ein Projekt, das ihm baurechtlich nicht genehmigt wurde. Er hatte das akzeptiert und sich anderweitig umgesehen. Bis er von der Ausschreibung der Deidesheimer Hütte erfuhr und sich als Pächter bewarb. Mit Erfolg. Damit geht für ihn ein kleiner Traum in Erfüllung.
„Eine Wohlfühloase für die ganze Familie, aber auch ein Ort zum Genießen“: Das hat er sich zum Ziel gesetzt. Gemeinsam mit der Innenarchitektin Angelika Ritscher-Engert (Ludwigshafen) ging er daran, das Innenleben der weit über die Grenzen von Deidesheim bekannten Hütte neu zu gestalten. „Mir ging es nicht darum, das Rad neu zu erfinden. Aber es ist notwendig, regelmäßig Verschönerungen vorzunehmen, so dass sich die Gäste immer wieder wohlfühlen“, sagt Mugler. Die Küche soll weiterhin saisonal und regional bleiben und auch täglich manches Schmankerl bieten. „Es muss einfach gut und schmackhaft sein. Der Gast soll spüren, dass wir es gerne gekocht und zubereitet haben.“
Im Außenbereich hat Mugler mit Mitgliedern des Pfälzerwaldverein neuen Kies aufgebracht, einen neuen Sandkasten für die Kleinsten angelegt und die Spielfläche für Kinder erweitert. An dieser Stelle erwähnt er, dass er dem Vorstand und den PWV-Mitgliedern sehr dankbar für die Unterstützung ist. Ohne deren Hilfe und finanzielles Engagement wäre die Umsetzung des neuen Konzepts so nicht möglich gewesen. „Es war eine tolle Teamleistung“, lobt Mugler. Und: „Ich habe gespürt: Sie haben die Hütte lange vermisst.“
Insgesamt jeweils 120 Plätze in der Hütte sowie im Außenbereich stehen zur Verfügung. Mugler denkt auch über Veranstaltungen nach. „Es muss zur Hütte passen“, sagt er. Noch ist er nicht am Ende seiner Planungen. Für das Küchen- und Service-Team sucht er weiteres qualifiziertes Personal.
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Die Serie
Die Pfälzerwald-Hütten und Naturfreundehäuser sind ein Markenzeichen der Region. Manche Ortsgruppen betreiben ihre Hütte ehrenamtlich, andere verpachten sie. In unserer Serie „Ab auf die Hütte“ stellen wir in loser Folge die Hütten in unserem Verbreitungsgebiet vor – vor allem die Menschen, die in ihnen wirken.