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Circus Baruk: Nach der Krise geht es langsam wieder bergauf
Zu den Klängen der Musik aus „Mission Impossible“ stapelt Don Giovanni Plattform auf Plattform und steigt so langsam immer höher. Ganz unten liegt eine Rolle, die er die ganze Zeit ausbalancieren muss, um nicht zu fallen. Spannende Sache, das Publikum belohnt ihn mit großem Applaus. Mit dem Balanceakt beginnt am Dienstag die Vorstellung des Cirkus Baruk im Hof des Altenzentrums St. Elisabeth. Vier der fünf Weisheit-Geschwister zeigten ihr Können den Bewohner des Heims und allen anderen, die sich wieder einmal in ihre Kindheit zurückträumen wollten.
Als Nächstes tritt Clown Aljoscha auf, auch das ein großer Lacherfolg. Zuerst jongliert er mit Bällen, dann balanciert er einen mit Wasser gefüllten Eimer auf der Stirn – und stolpert plötzlich. Das Publikum schreit auf, in der Erwartung, nass zu werden. Aber nein – das Wasser ist plötzlich zu Konfetti geworden.
Programm extra fürs Altenheim zusammengestellt
Das Programm sei extra für das Altenheim zusammengestellt worden, sagt Mandy Weisheit, die an diesem Tag die Zirkusdirektorin gibt. Der Zirkus hat auch einige Nummern mit Tieren im Programm, beispielsweise mit Kamelen, Pferden, Lamas und Zebras. Natürlich konnten nicht alle mitkommen, aber Don Giovanni hat seinen Hund Buddy mitgebracht. Die Tricks, die nun zu sehen sind, habe er erst vor Kurzem gelernt, erzählt Mandy Weisheit. Aber der Hund hat’s drauf. Auf Kommando läuft er Slalom zwischen Giovannis Beinen, springt durch Reifen und über Hindernisse hinweg.
Die Möglichkeiten im Hof des Seniorenheims sind begrenzt. Das Programm der Artisten ist normalerweise noch vielfältiger. Es gibt zum Beispiel auch einen Hochseilakt. Aber die Besucher haben auch so sichtlich Spaß an der Vorstellung.
Organisiert und finanziert wurde der Auftritt vom Lions Club Mittelhaardt. Nach der Aufführung überreichte Club-Mitglied Clemens Pfister den Artisten eine Spende und bedankt sich für ihr Kommen. Im großen Finale zeigen noch einmal alle Artisten ihre Jonglagekünste, während Mandy Weisheit zu dem bekannten Lied „Theater“ von Katja Eppstein singt, das sie zu „Im Circus“ umgedichtet hat. „Spitze“, rufen die Heimbewohner im Chor.
Familienunternehmen mit 200-jähriger Tradition
Der Circus Baruk ist ein Familienunternehmen mit 200-jähriger Tradition. Die Artisten treten bereits in der siebten Generation auf. Während Corona musste der Zirkus sein Lager im Dürkheimer Bruch aufschlagen. Dort habe er ihn gesehen, erzählt Pfister. Zusammen mit anderen Mitgliedern des Lions Club sei dann die Idee entstanden, eine Vorstellung im Altenheim St. Elisabeth zu organisieren. „Das heutige Motto ist helfen und Freude teilen“, sagt Pfister. Nachdem die Senioren unter den Kontaktbeschränkungen gelitten haben, wolle man ihnen nun wieder Unterhaltung bieten.
Gleichzeitig wolle der Lions Club Deidesheim mit seiner Spende auch den Circus Baruk unterstützen, der es auch durch Überschwemmungen und Stürme in der Vergangenheit nicht leicht gehabt habe. Da die Zirkusleute seit Oktober 2019 nicht auftreten konnten, seien sie auf Spenden angewiesen. „Wir stecken noch immer in der Krise, aber es geht langsam wieder bergauf“, erklärt Mandy Weisheit. Die kleineren Auftritte, die sie im Moment wieder geben dürfen, seien wichtig, um das Futter für ihre Tiere sicherzustellen. Ab 2022 gehe es wieder auf Tournee in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. „Wir wollen nicht einfach herumsitzen. Wir möchten auftreten und den Menschen Freude bringen.“
Kurzinfo
Circus Baruk kann für Veranstaltungen gebucht werden, Anfragen an 1988.mandy.w@gmail.com.