Deidesheim RHEINPFALZ Plus Artikel Außengastronomie: Warme Temperaturen sorgen für viele Gäste

Martin Husch (hinten links) und Julian Berkhemmer bewirten Ute Fried (links) und Carmen Falletta.
Martin Husch (hinten links) und Julian Berkhemmer bewirten Ute Fried (links) und Carmen Falletta.

Die Außengastronomie hat dank der Lockerungen wieder geöffnet. Die ersten Sonnenstrahlen nutzen viele Besucher, nach Monaten wieder im Freien zu speisen. Über die Resonanz war Küchenchef Martin Husch vom Restaurant Riva im Kaisergarten Hotel & Spa überrascht. Aber der 33-Jährige hat ein ungutes Gefühl.

Die Freude überwiegt. „Selbstverständlich sind wir froh, dass wir nach Monaten den ersten Schritt in Richtung Normalität machen dürfen“, sagt Husch. Aber der gebürtige Pfälzer aus Schifferstadt, der seit sechs Jahren als Küchenchef im Restaurant Riva das Sagen hat, verfällt keinesfalls in Euphorie. Dabei könnte er es aber: Denn am vergangenen Sonntag waren alle Plätze belegt. Derzeit kann Husch gemeinsam mit seinem Team 50 Gäste gleichzeitig im Außenbereich bewirten. Und die Nachfrage ist groß.

„Wir haben seit Freitag offen und können uns über den Zuspruch unserer Gäste nicht beklagen“. Lediglich am Samstag war witterungsbedingt die Resonanz etwas geringer. „Die Leute wollen bei dem schönen Wetter raus“, beobachtet der Küchenmeister. Aber so ganz einfach kann er nicht jedem Gast den Zutritt in den Außenbereich des Restaurants gewähren. Der schriftliche Nachweis eines tagesaktuellen negativen Schnelltests ist Pflicht. Und wer diesen nicht am Eingang des Hotels vorweisen kann, hat die Möglichkeit, einen Selbsttest im Foyer käuflich zu erwerben und sich direkt unter Wahrung der Hygiene- und Sicherheitsvorschriften zu unterziehen. Erst nach 15 bis 20 Minuten, wenn das negative Ergebnis den Mitarbeitern vorliegt, erhält der Gast Zugang in den Außenbereich.

Schnelltests im eigenen Haus

„Da die wenigsten an einem Sonntag einen tagesaktuellen Nachweis eines Schnelltests vorweisen können, wird dieses Angebot gut angenommen“, beobachtet Husch und lobt die Vernunft der treuen Gäste. „Was wir nicht akzeptieren, sind mitgebrachte Streifen des Selbsttests“. Zu den ersten Gästen an diesem sommerlichen Nachmittag zählen auch Ute Fried und Carmen Falletta, die nach einem Spaziergang im Riva eingekehrt sind und dort einen Platz zum Wohlfühlen gefunden haben. Die beiden Südpfälzerinnen genießen es, umgeben vom mediterranen Garten, die Seele baumeln zu lassen.

So langsam kehrt auch in der Gastronomie wieder der Alltag ein. „Wir haben aktuell nur eine kleine Karte, da wir davon ausgehen müssen, dass aufgrund der bestehenden Pandemie die Verweildauer der Gäste nicht so lange, wie sonst sein wird. Dazu sind wir gerade dabei, Schritt für Schritt unsere Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurückzuholen“, sagt Husch. „Für uns ist die Situation auch neu, aber mein Eindruck ist, dass wir mit diesem Schritt uns in die richtige Richtung bewegen, als wenn wir alles von Null auf 180 hochfahren“, erklärt er, weshalb innerhalb der Ketschauerhof GmbH lediglich im Sushi B und Restaurant Riva das Angebot der Außengastronomie erprobt wird.

Kein gutes Gefühl für Ostern

Unverändert bleibt nach der Öffnung der Außengastronomie das in beiden Häusern bestehende Mitnahme-Angebot. Das hat Gründe. Martin Husch macht kein Geheimnis daraus, dass er kein gutes Gefühl hinsichtlich der weiteren Öffnungen über die Osterfeiertage hat.

Am gestrigen Mittwoch lag der Inzidenzwert im Kreis Bad Dürkheim laut Landesuntersuchungsamt bei 91,2. Und bei einem Überschreiten des Wertes von 100 droht wieder die Schließung. Damit wäre die Lockerung für die Gastronomie wieder vom Tisch. „Manchmal kann es schneller gehen, als man denkt“, weiß Husch.

Mehr zum Thema
x