Karlsruhe Streikwelle schwappt über Grenze
„Bitte überprüfen Sie am Vortag Ihrer Reise ab 17 Uhr, ob Ihr Zug vom Streik betroffen ist“, heißt es auf der Buchungsseite „Oui SNCF“ der französischen Bahn. Denn: Gewiss ist bislang nur, dass der Streik der französischen Eisenbahner am heutigen Donnerstag um 8 Uhr einstweilen unterbrochen wird. Die nächste Streikwelle wird aber schon am Samstagabend erwartet.
Schon bei der aktuellen Streikwelle ging auf der Strecke Winden-Wissembourg nichts mehr. Die DB Regio hatte einen Ersatzverkehr mit Bussen organisiert, die nach einem Sonderfahrplan zwischen den beiden Bahnhöfen eingesetzt wurden. Die Strecke Lauterbourg-Wörth war einstweilen verschont geblieben, könnte aber bei der zweiten Streikwelle ebenfalls betroffen sein, teilt der Zweckverband Schienen-Personen-Nahverkehr Süd (ZSPNV) mit. „Die dann folgende Streikwelle soll von 7. April (ab 19 Uhr) bis 10. April (8 Uhr) dauern“, teilt Fritz Engbarth vom Zentralverband mit. Er erklärt weiter, dass die zweite Streikwelle am 10. April erneut für 59 Stunden ausgesetzt werden soll, bevor die nächste Streikwelle dann wieder 61 Stunden dauern könnte. „Und so soll es über mehrere Wochen weitergehen“, heißt es wörtlich mit einem gewissen frustrierten Unterton in einer Mitteilung des ZSPNV. Dreh- und Angelpunkt der Zugausfälle zwischen Winden und Wissembourg und auch der drohenden Ausfälle zwischen Lauterbourg und Wörth sind die Mitarbeiter in der Leit- und Sicherheitstechnik der SNCF. Nehmen die Fahrdienstleiter der Stellwerke Lauterbourg und Wissembourg an den Streiks teil und treten nicht zum Dienst an, können auch keine Züge bis zu den deutschen Bahnhöfen weiterfahren. „Darüber, ob die Stellwerkpersonale in den Grenzbahnhöfen Lauterbourg und Wissembourg streiken werden, gibt es aktuell keine gesicherten Erkenntnisse“, heißt es beim Zweckverband. Die DB Regio AG habe jedoch alle Vorkehrungen getroffen, um im Streikfall erneut mit Bussen Ersatzverbindungen anbieten zu können. Fest stehe aber schon, dass die Wochenendverbindungen von und nach Strasbourg mit dem Oberrhein-Express und dem Strasbourg-Express als Direktverbindung entfallen werden. Auch bei den TGV-Verbindungen zwischen Karlsruhe beziehungsweise Mannheim und Paris gibt es Ausfälle. Am Dienstag musste mehr als die Hälfte der TGV-Verbindungen ausfallen, weil auch das französische Zugpersonal streikte. Der Streik der französischen Eisenbahner richtet sich gegen eine geplante Bahnreform. Neue Mitarbeiter der SNCF sollen demnach bei Urlaubstagen und Renteneintrittsalter schlechter gestellt werden als langjährige Bahner.