Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Zwei Platzverweise für den SV Morlautern

„So einen haben wir eben nicht“, sagt Steinbachs Coach Daniel Ghoul über Felix Bürger vom SV Morlautern, der hier Dawid Lukasz S
»So einen haben wir eben nicht«, sagt Steinbachs Coach Daniel Ghoul über Felix Bürger vom SV Morlautern, der hier Dawid Lukasz Szaszorowski entkommt.

Oberligaabsteiger SV Morlautern empfing den TuS Steinbach. Die runderneuerte Elf konnte den Gästen trotz zweier Roter Karten ein 1:1 (0:0)-Unentschieden abtrotzen.

Der SV Morlautern ist kein typischer Absteiger. Normalerweise würde man einen solchen automatisch zum Favoritenkreis für den direkten Wiederaufstieg zählen, für den SV ist das Thema Oberliga jedoch in weiter Ferne: „Wir kommen zwar aus der Oberliga, aber wir haben mit der Verbandsligaspitze nichts zutun. Wir zählen ganz klar zu den Abstiegskandidaten“, stellt Morlauterns Trainer Daniel Graf klar.

Der Grund dafür ist klar, die Mannschaft brach nach dem Abstieg komplett auseinander, nur vier Spieler aus dem Vorjahr sind geblieben. Es musste ein Neuanfang her. „Wir haben das mit sehr jungen Spielern und Spielern aus dem eigenen Nachwuchs aufgefangen. Es macht Spaß, die Jungs ziehen mit und geben alles. Das ist der Weg, den wir jetzt gehen müssen. Es wird ein harter Weg, aber wir gehen ihn gerne“, zeigt sich Graf optimistisch.

So war es eine Partie mit leichten Vorteilen für die Gäste, die im ersten Durchgang sogar das klar bessere Team waren. „Wir müssen eigentlich in Halbzeit eins führen, vielleicht sogar mit zwei Toren. Wir laufen zweimal frei auf den Torwart zu. Da fehlt uns die Kaltschnäuzigkeit, da fehlt aktuell der Knipser, das ist unsere große Baustelle“, haderte Steinbachs Spielertrainer Daniel Ghoul mit seiner Mannschaft. „Wir waren zwingend, hatten große Chancen, auch zwei, drei Situationen, wo wir außen durch sind und den letzten Ball nicht an den Mann bringen. Von Morlautern kam in Halbzeit eins gar nichts.“ So ging es mit einem 0:0 in die Kabinen.

Der Cut zur Halbzeit

Im zweiten Durchgang war es dann ein merklich anderes Spiel. „Es gab dann einen Cut, wir hatten, warum auch immer, ein anderes Energielevel, laufen tiefer an, lassen Morlautern mehr Raum, obwohl die Vorgabe eigentlich war, weiter hoch anzulaufen“, kritisierte Ghoul. Denn Morlautern stand von Beginn an sehr tief, wollte über das Umschaltspiel kommen. „Das hat mich überrascht, ich dachte eigentlich, dass sie mehr den Ball haben wollen als in der Oberliga“, so Ghoul, dessen Team weiterhin gute Chancen hatte und nach der Roten Karte wegen einer Notbremse in der 69. Minute in der Schlussphase in Überzahl agierte.

Doch wie es so oft im Fußball ist, wer seine Chancen nicht nutzt, wird bestraft. So erzielte Felix Bürger in der 80. Minute das 1:0 für Morlautern. „Bürger macht das individuell top, so einen haben wir eben nicht, wir müssen alles über das Kollektiv lösen. Man hat in Halbzeit zwei gesehen, dass wir da nicht bei 100 Prozent sind, auch gegen zehn Mann“, kommentierte Ghoul.

Bickings Sololauf

Morlautern stand jetzt noch tiefer und versuchte in Unterzahl, die Führung über die Zeit zu retten. Steinbach rannte weiter an, drängte auf das Tor und belohnte sich nur fünf Minuten später endlich für seine Bemühungen. Cedric Fischer traf in der 85. Minute nach einer sehenswerten Soloeinlage des Ex-Morlauterers Florian Bicking zum hochverdienten 1:1-Ausgleich.

Die Gäste wollten jetzt mehr, drängten in den Schlussminuten auf den Siegtreffer, das Spiel ging nur noch in eine Richtung, vor allem, nachdem Morlautern in der Nachspielzeit wegen Zeitspiels einen weiteren Mann durch eine Gelb-Rote Karte verloren hatte. Gegen tapfer verteidigende Hausherren „hat uns die letzte Idee gefehlt. Wir haben zu früh den langen Ball gespielt, zu weit aus dem Zentrum den Ball schon reingebracht, was dann einfach zu verteidigen war, und wir haben uns zu wenige Eins-gegen-eins- oder Zwei-gegen-eins-Situationen und klare Torchancen herausgespielt“, hadert Ghoul, der resümierte: „Vor dem Spiel hätte ich das Unentschieden unterschrieben, doch nach dem Spiel sage ich, es sind zwei verlorene Punkte“.

„Leidenschaft gezeigt“

Morlauterns Trainer Daniel Graf sprach seinen Jungs hingegen ein Lob aus: „Wir können mit dem Punkt gut leben, es ist der erste Punkt im Abstiegskampf. Wir haben das in Halbzeit zwei nach einer schwachen ersten Hälfte sehr gut gemacht. Die Jungs haben in Unterzahl toll gekämpft, sind zusammengestanden und haben große Leidenschaft gezeigt, gegen ein Team, das deutlich stärker ist als im Vorjahr. Die Mentalität und der Wille waren stark, vor allem zum Spielende hin in doppelter Unterzahl. Das wollen wir von den Jungs sehen, nur so können wir im Abstiegskampf bestehen.“

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