Kaiserslautern „Wir haben Druck gemacht“
Beim Neujahrsempfang des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Region Westpfalz, zeigte sich Regionsgeschäftsführer Michael Detjen gestern Abend in der Alten Eintracht entschlossen: Zwar habe man im Vorjahr schon einiges für die Beschäftigten erreicht, aber es gebe auch noch viele offene Baustellen. Auf die ging anschließend Harald Schaum, Stellvertretender Bundesvorsitzender der Industriegewerkschaft Bau, ein.
„Im vergangenen Jahr haben wir in vielen Tarifrunden viel erreicht“, freute sich Detjen, „wir haben mit allen Gewerkschaften Druck gemacht – sonst wäre nichts passiert.“ Das Thema Rente schmerze, dort gelte es dringend nachzubessern, appellierte Detjen an die Politik. Eine Gewerkschaft wolle die Menschen in allen Lebensphasen begleiten, bekräftigte Detjen mit Blick auf „viele junge Leute, die Arbeitsplätze suchen“. Die Arbeitslosenquote in der Westpfalz liege bei 6,5 Prozent, was erfreulich sei, auch dank vieler Initiativen der Landesregierung in der Westpfalz. Detjen: „Dieses Jahr stehen ja keine Landtagswahlen an, da darf man das sagen.“ Als weitere Themen, die den DGB 2017 beschäftigen, nannte der Regionsgeschäftsführer neben der Rente die Sozialversicherung und den Themenkomplex Arbeit 4.0 und Industrie 4.0. Neue Technik müsse neue Chancen für Menschen bieten, nicht nur Menschen ersetzen. Detjen betonte: „Wir wollen auch 2017 eine gute Interessensvertretung für Beschäftigte sein.“ Harald Schaum lobte die Errungenschaften der Gewerkschaften: „Wir werden geschätzt, weil wir eine verlässliche Kraft für das Wohl der Beschäftigten sind.“ Neben dem Thema Rente, das der DGB mit einer Kampagne erfolgreich zum Thema der diesjährigen Bundestagswahl gemacht habe, trieb ihn gestern Abend unter anderem der Wohnungs- und Straßenbau um: „Öffentliche Investitionen sind nötig, werden aber oftmals nicht im ausreichenden Maße getätigt.“ Gerade für Gering- und Durchschnittsverdiener werde es auf dem Wohnungsmarkt zunehmend schwieriger, bezahlbare Wohnungen zu finden. Zur Stärkung der Position der Gewerkschaften ermunterte Schaum zu mehr ehrenamtlichen Engagement in einer Arbeitnehmervertretung: „Unsere Forderungen ,Rente, Lohn und gute Arbeit’ erreichen wir nur mit einem starken Ehrenamt. Wir müssen in der Sache für die Arbeiterbewegung zusammen stehen.“ |bgi