Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Weggefährten zum überraschenden Tod von Andreas Brehme

Andreas Brehme 1997 auf der FCK-Bank, umrahmt vom jungen Michael Ballack (links) und Michael Schoenberg (rechts).
Andreas Brehme 1997 auf der FCK-Bank, umrahmt vom jungen Michael Ballack (links) und Michael Schoenberg (rechts).

Nachruf: Die Fußball-Welt trauert um WM-Held Andreas Brehme, der beim FCK zum Weltklassespieler reifte. Auch der heutige FCK-Trainer Friedhelm Funkel zeigt sich geschockt vom frühen Tod des einstigen Mannschaftskameraden.

„Sehr bitter! Die Nachricht vom Tod Andreas Brehmes ist wirklich schlimm“, sagt Friedhelm Funkel, der seit einer Woche FCK-Trainer ist, von 1981 bis 1983 mit Andreas Brehme beim 1. FC Kaiserslautern spielte. Funkel erinnert sich gerne an die Zeit: „Andreas kam als ganz junger Spieler zu uns. Er war ein lustiger Geselle. Er hat gerne gefeiert, er war aber immer auch sehr professionell im Training. Er war ein ganz toller Fußballer, der in seiner Karriere unfassbar viel erreicht hat.“

FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen würdigt Brehme als Legende, als WM-Helden. Sie waren von 1993 bis 1996 Mannschaftskameraden. Hengen: „Wenn du als junger Spieler zu den Profis kommst und spielst mit einem Weltmeister zusammen, der auch noch dein Kapitän ist, dann schaust du zu ihm auf und versuchst dir einiges abzuschauen, was schwer genug fiel, bei dem, was er alles konnte. Er war beidfüßig, mit links hat er fester, mit rechts genauer geschossen. Er war ein guter Typ, immer gut drauf. Ein geiler Kollege!“

Dem FCK war Brehme emotional eng verbunden. Im März wollte er mit seinem Freund Hans-Peter Briegel zu einem Spiel kommen. Geschockt vernahm Gerry Ehrmann die Nachricht vom Tod seines Kumpels: „Es ist unglaublich. Wir haben am Sonntag noch eine halbe Stunde telefoniert. Andi hatte mir zum Geburtstag gratuliert.“

Mit 23 in der Nationalelf, mit 29 Weltmeister

Der damalige FCK-Präsident Jürgen Friedrich lotste den 20 Jahre alten Brehme vom 1. FC Saarbrücken nach Lautern. Unter der Regie von Kalli Feldkamp etablierte sich der Jung-Star in der Bundesliga, debütierte mit 23 in der Nationalelf und wurde mit 29 Weltmeister. „Ich bin schockiert“, sagte Feldkamp, dem der ehemalige FCK-Profi Wolfgang Wolf die traurige Nachricht übermittelt hatte. „Jahrelang saß Ronnie Hellström in der Kabine links von mir, Andi Brehme rechts neben mir. Beide sind jetzt nicht mehr da, das tut mir unheimlich leid“, sagte „Wolle“ Wolf, der um einen Freund und „einen klasse Fußballer“ trauert.

„Ich habe Andi Brehme als Co-Trainer von Kalli Feldkamp nur fünf Monate direkt erlebt. Ein Typ mit dem man Pferde stehlen konnte“, sagte Ex-Torhüter Sepp Stabel. „Ein Pfundskerl, ein toller Mensch. Weltklasse, was er in Kaiserslautern und für Deutschland geleistet hat“, schwärmt der frühere FCK-Kapitän, Co- und Jugendtrainer Ernst Diehl in bewegten Worten. „Das ist ganz schlimm! Er war erst 63, ich werde 73“, sinniert Klaus Toppmöller, der Lauterer Bundesliga-Rekord-Torschütze und in den goldenen Achtzigern Mannschaftskamerad Brehmes. „Toppi“: „Andi war ein toller Fußballer!“

Mit dem rechten Fuß ebenso gut wie mit dem linken

„Fußballerisch habe ich noch nie einen erlebt, der wie Andi rechts wie links gleich gut war. Er hatte als Spieler eine gesunde Mischung aus Lockerheit und Professionalität“, erinnert sich der frühere FCK-Star und Vorstandschef Stefan Kuntz: „Abseits des Platzes war Andi ein geselliger Mensch, der immer positiv war.“

So wird auch Jürgen Kohler, der Weltmeister von 1990, Brehme in Erinnerung behalten: „In einem WM-Finale so cool zum Elfmeterpunkt zu gehen und zu treffen, das musst du erstmal schaffen.“

„Andreas Brehme hat für den FCK Enormes geleistet“, würdigt Rainer Keßler, der Aufsichtsrats- und Beiratsvorsitzende. Er wird nie vergessen, wie sich Brehme nach dem Abstieg 1996 „in der bis dahin schwärzesten Stunde des FCK“ zum Verein bekannte, mit seiner Loyalität ein Signal setzte, das den Ausverkauf verhinderte. Der FCK stieg 1997 auf, 1998 nahm Brehme die Meisterschale in Empfang. Zwei Meter daneben strahlte Hubert Keßler. Rainers Vater war damals Präsident.

Andreas Brehme umgeben von Ottmar Walter, Horst Eckel, Fritz Walter und Willi Hoelz (von links).
Andreas Brehme umgeben von Ottmar Walter, Horst Eckel, Fritz Walter und Willi Hoelz (von links).
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